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Überraschende Erklärung : Ex-Profi-Fußballer gesteht vor Gericht

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Zwei ehemalige Profi-Fußballer vom Drittligisten SV Babelsberg 03 Süleyman Koc und Guido Kocer müssen sich wegen ihrer Beteiligung an Raubüberfällen vor Gericht verantworten.

svz.de von
erstellt am 16.Nov.2011 | 11:12 Uhr

Berlin | Die beiden ehemaligen Profi-Fußballer vom Drittligisten SV Babelsberg 03 Süleyman Koc und Guido Kocer müssen sich seit gestern wegen ihrer Beteiligung an Raubüberfällen vor Gericht verantworten. Überraschend legte Süleyman Koc vor dem Landgericht Berlin ein Geständnis ab. Der ehemalige Hansa-Profi Guido Kocer, der inzwischen beim Zweitligisten Erzgebirge Aue spielt, will sich erst am nächsten Prozesstag zu den Vorwürfen äußern. Bei der Polizei hatte auch er ein Geständnis abgelegt.

Gemeinsam mit weiteren sieben Angeklagten im Alter von 18 bis 21 Jahren sollen die Profi-Fußballer zwischen Februar und April dieses Jahres in Berlin sieben Cafés, Spielhallen und Geschäfte ausgeraubt haben. Dabei sollen rund 20 000 Euro erbeutet worden sein.

Zum Zeitpunkt des Überfalls waren Kocer und Koc noch beim SV Babelsberg 03 unter Vertrag. Süleyman Koc sitzt seit April in Untersuchungshaft. Bislang hatte er die Vorwürfe bestritten. "Die Anklage stimmt, soweit es mich betrifft", sagte der 22-Jährige vor Gericht. Darüber hinaus räumte er zwar ein, schon bei der ersten Tat am 24. Februar dabei gewesen zu sein. Er bestritt aber, bei dem letzten Überfall am 18. April mitgemacht zu haben. Nach der Tat waren er und einige Mittäter in der Wohnung seines Bruders festgenommen worden.

Nach Angaben von Koc hatte er die Mitangeklagten jeweils zu den Tatorten gefahren und abgeholt sowie in mehreren Fällen das "Startzeichen" gegeben. "Ich kann nicht Nein sagen", sagte der 22-Jährige. Es sei aber nicht geplant gewesen, Menschen zu verletzen. Seinen Anteil an der Beute will Koc jeweils seinem mitangeklagten jüngeren Bruder gegeben haben.

Mit seiner Aussage hat der ehemalige Babelsberger Kicker den früheren Vereinskollegen Guido Kocer sowie die anderen Mitangeklagten belastet. Der 23-Jährige war der Anklage nach nur an einem Überfall beteiligt. Am 8. April dieses Jahres soll er gemeinsam mit Süleyman Koc und weiteren Mitangeklagten ein Casino in Moabit ausgeraubt haben. Dem Staatsanwalt zufolge hatten Kocer und Koc zunächst gemeinsam den Tatort ausgekundschaftet und Koc später das Zeichen zum Losschlagen gegeben.

Die beiden 20-jährigen Hauptangeklagten kennt Koc nach eigenen Angaben aus dem Moabiter Kiez, in dem er aufwuchs. Der Anklage nach wurden bei den Überfällen Spielautomaten und Tageseinnahmen geplündert und Angestellte von den maskierten Tätern mit Reizgas besprüht oder mit Schwert und Machete bedroht. In einigen Fällen sollen Angestellte auch geschlagen worden sein.

Die Mitangeklagten haben für den nächsten Verhandlungstag Einlassungen angekündigt. Der Prozess wird am 24. November fortgesetzt.

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