zur Navigation springen

Gefangener Misshandelt? : Ex-JVA-Chefin im Visier der Staatsanwaltschaft

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Wurde Gefangener bei Geiselnahme misshandelt? / Verdacht der Strafvereitelung im Amt

von
erstellt am 13.Feb.2015 | 08:00 Uhr

Nach der vereitelten Geiselnahme in der Justizvollzugsanstalt (JVA)  Lübeck am Heiligabend gerät die ehemalige Anstaltsleiterin Agnete Mauruschat zunehmend unter Druck. Möglicherweise hat es in der JVA bei der Geiselnahme einen Gewaltexzess gegen den Rädelsführer gegeben. Als dieser bereits fixiert am Boden lag, soll auf ihn eingetreten worden sein. Die Staatsanwaltschaft Lübeck ermittelt gegen einen Vollzugsbeamten wegen des Verdachts der Körperverletzung im Amt. Das hat der Sprecher der Behörde, Ralf Peter Anders, gestern auf Anfrage bestätigt.

Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft bereits ein Verfahren gegen die inzwischen suspendierte Anstaltsleiterin, Agnete Mauruschat, eingeleitet. Dabei geht es um den Verdacht der Strafvereitelung im Amt. Mauruschat, die ins Justizministerium abgeordnet worden ist, hatte nach der Geiselnahme angeordnet, die Polizei nicht zu verständigen.

Frau Mauruschat hatte von 2001 bis 2013 die größte JVA Mecklenburg-Vorpommerns in Bützow geleitet. Im September 2013 war die Hamburgerin in die JVA Lübeck als Leiterin gewechselt.

Über die neue Wendung in dem Fall, der seit Wochen für Schlagzeilen sorgt, soll Schleswig-Holsteins Justizministerin Anke Spoorendonk (SSW) den Innen- und Rechtsausschuss des Kieler Landtages in der vergangenen Woche unterrichtet haben. Details nannte das Ministerium mit dem Hinweis auf die Vertraulichkeit der Beratungen nicht.

Dafür spricht der Lübecker Rechtsanwalt, der den überwältigten Geiselnehmer vertritt. Er sagt: „Als mein Mandant fixiert am Boden lag, wurde auf ihn eingetreten.“ Auch ein Häftling wurde Zeuge der Situation am Heiligen Abend. Dennis S. (23) schildert: „Nachdem der Täter überwältigt war, wurde er so richtig zusammengeschlagen – bis er sich nicht mehr bewegte.“

Spoorendonk hatte bislang mehrfach das professionelles Vorgehen der Vollzugsbeamten bei der Bewältigung der Geiselnahme gelobt. Nach weniger als zehn Minuten sei die Lage geklärt gewesen. Eine Alarmierung der Polizei sei daher nicht mehr erforderlich gewesen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen