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Mecklenburg-Vorpommern

18. Dezember 2017 | 15:56 Uhr

Razzia : Ex-Beamter unter Verdacht

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Staatsanwaltschaft durchsucht Wohnung wegen möglicher Bestechung bei Bau von JVA Waldeck

svz.de von
erstellt am 19.Sep.2014 | 20:00 Uhr

Wegen der Vorwürfe, beim Bau des Gefängnisses in Waldeck vor 20 Jahren seien Bestechungsgelder geflossen, hat die Staatsanwaltschaft gestern einen Ex-Beamten des Schweriner Finanzministeriums ins Visier genommen. Um mögliche Beweise zu sichern, wurden seine Wohnräume in Schwerin durchsucht. Der Hamburger Unternehmer Siegfried K. hat den Mann offenbar gegenüber der Staatsanwaltschaft angeschwärzt. Er behauptet, eine Eigentumswohnung des Beamten für 100 000 D-Mark renoviert zu haben, damit dieser ihm den Waldeck-Vertrag verschafft, durch den K. und ein Geschäftspartner 30 Jahre lang angeblich überhöhte Mieten vom Land kassieren können. Die Rechnungen beglich, so der Verdacht, jene Firma K.´s, die auch Waldeck baute. Die Staatsanwaltschaft prüft nun, ob private Renovierungskosten in den Rechnungen versteckt wurden, die das Unternehmen dem Land schickte. Auch die Räume des Unternehmens wurden gestern durchsucht. Sollte sich der Vorwurf erhärten, droht dem pensionierten Beamten ein Verfahren wegen Untreue. Eine mögliche Bestechung wäre inzwischen verjährt.

Im April hatte die Polizei bereits das Haus des damaligen Staatssekretärs Wilhelm Burke in Hamburg durchsucht. Ihn bezeichnete Siegfried K. öffentlich als ehemaligen Geschäftspartner. 1994 will Siegfried K. Burke sogar mit 600 000 D-Mark bestochen haben, um die Waldeck-Verträge zu bekommen. „Die Vorwürfe treffen allesamt nicht zu“, sagte Burke gegenüber unserer Zeitung. Die beiden Hamburger bauten das Gefängnis für umgerechnet 55 Millionen Euro und vermieteten es ans Land. Bis 2026 wird das Land 124 Millionen Euro an Miete zahlen.

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