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Landgestüt Redefin : EU-Mittel für Preisgelder bei Reitturnier

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Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Land zahlt Investitionshilfe für Preisgeld. Landesvorsitzende des Steuerzahlerbundes MV kritisiert: „Verfehlte Förderpolitik“

svz.de von
erstellt am 27.Apr.2016 | 05:00 Uhr

Eklat auf Reiterhof: Für das am Freitag im Landgestüt Redefin beginnende hochkarätige Internationale Reitturnier CSI***/CDN subventioniert das Land Preisgelder ausgerechnet aus einem Fördertopf, der Investitionen in die wirtschaftliche Basis vorbehalten ist. So steuert das Land 7500 Euro für den gemeinsam von der PST Schockemöhle Marketing GmbH und dem Landesmarketing MV mit insgesamt 25 000 Euro ausgelobten Preis „MV tut gut“ für das beste Springerpaar der Mittleren Tour bei. Erstmals habe sich das Land daran beteiligt, verkündete Landesmarketing-Chef Peter Kranz-Glatigny gestern stolz. Steuerzahlerbund und Opposition stößt der Beihilfe-Deal indes bitter auf. Sie wittern Zweckentfremdung.

So wird der Landesanteil aus dem Europäischen Förderfonds für Regionale Entwicklung (Efre) bezahlt, der eigenen Angaben zufolge u. a. für die Unterstützung von Forschung und Entwicklung, die Förderung der Wettbewerbsfähigkeit von kleinen und mittleren Unternehmen, der Verringerung der CO2-Emissionen und der nachhaltigen Stadtentwicklung vorgesehen ist. Die Subventionierung von Preisgeldern gehöre aber nicht dazu, kritisierte Sophie Mennane, Landesvorsitzende des Steuerzahlerbundes MV, gestern: Dafür Geld aus dem Efre-Fonds einzusetzen, sei äußerst bedenklich: „Das ist eine verfehlte Förderpolitik.“ Fraglich sei, ob die Fördervoraussetzungen eingehalten worden seien. Der Steuerzahlerbund werde beim Land Aufklärung verlangen.

Scharfe Kritik auch von der Opposition: „Es passt nicht zueinander, dass die Landesregierung es nicht hinbekommt, die touristischen Radwege ordentlich zu beschildern, während sie andererseits mit öffentlichen Mitteln Prestigereitturniere fördert“, monierte Grünen-Landtagsfraktionschef Jürgen Suhr: „Bisher konnte mir noch niemand erklären, was das mit Nachhaltigkeit und der Entwicklung der ländlichen Räume zu tun haben soll.“

Die Landesregierung selbst hatte in der Vergangenheit immer wieder betont, in der letzten Förderperiode mit der höchsten EU-Förderung den Efre-Etat für Investitionen einsetzen zu wollen. 2015 war der Preis für die Mittlere Tour noch von einer der großen Geldgeberinnen des deutschen Reitsports, der Unternehmerin und Reiterin Magdeleine Winter-Schulze, gesponsert worden.

Zu dem Drei-Sterne-CSI-Reitturnier unter der Schirmherrschaft von Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) mit einem Gesamtetat von 610 000 Euro werden ab Freitag Reiter aus 19 Nationen erwartet. Die Preise sind mit insgesamt 158 000 Euro dotiert.

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