Euroregion Pomerania : EU-Millionen für Straßen in Grenzregion zu Polen

Bekommt EU-Hilfe: die deutsch-polnische Grenzregion
Bekommt EU-Hilfe: die deutsch-polnische Grenzregion

16 Verkehrsprojekte sollen ab 2017 gefördert werden. Kaum Bewerber für Ostseeanrainerprojekte

svz.de von
28. Dezember 2016, 05:00 Uhr

Riesenbedarf für Verkehrsprojekte im deutsch-polnischen Grenzgebiet, kaum Bewerber in anderen Ostseeanrainerstaaten: Ab kommendem Jahr sollen in der Region Polen, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern rund 20 Millionen Euro in Verkehrswege investiert werden. Ein Programm sieht 16 Erneuerungen von Straßen von der Insel Usedom über den Großraum Stettin (Szczecin) bis zum Kreis Märkisch Oderland vor, sagte Diana Buche von der Kommunalgemeinschaft Pomerania in Löcknitz (Kreis Vorpommern-Greifswald). Das habe der gemeinsame Ausschuss der Euroregion Pomerania beschlossen. So könne der Verkehr dort bald besser fließen. Über den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) können bis 2020 mehr als 200 Millionen Euro in die Grenzregion fließen. Während Bewerber für deutsch-polnische Projekte sozusagen Schlange stehen, gibt es für die 83 Millionen Euro im „Ostseeanrainerprogramm“ viel zu wenige oder gar keine Bewerber. „Das umfasst Litauen, Schweden, Dänemark, Deutschland und Polen“, verdeutlichte Buche. Themen wären unter anderem Hochschulkooperationen, nachhaltiger Verkehr oder Biodiversität, wo noch gar kein Antrag vorliege.

Zu den wichtigsten Straßenprojekten in der deutsch-polnischen Grenzregion zählt indes ein 1,5 Kilometer langer Abschnitt zwischen dem Ostseebad Ahlbeck und der polnischen Stadt Swinemünde, für den allein drei Millionen Euro fließen. Weitere Straßen werden bei Grambin, Blankensee, im polnischen Woltin und bei Milmersdorf und Gramzow in Brandenburg erneuert. „Der gemeinsame Ausschuss hat außerdem rund 6,5 Millionen Euro für kleinere Projekte in Vorpommern und im Kreis Mecklenburgische Seenplatte genehmigt“, sagte Buche. Dazu zählten Seniorentreffs, Reitturniere und Schülerbegegnungen. „Das nennen wir Investitionen in Menschen“, beschrieb es die Fachfrau.

Die Kommission soll im Januar über grenzübergreifende Kooperationen – wie Netzwerke, Rettungsdienste und medizinische Projekte sowie im Mai über zwei weitere Projektfelder befinden. Bei diesen Bildungs- sowie Natur- und Kulturprojekten ist die Antragshöhe aber dreimal so hoch, wie die etwa 28 Millionen Euro, die zur Verfügung stehen.

Zu den Bildungs-Bewerbern zählen die Stadt Stettin und der Kreis Vorpommern-Greifswald mit einem umfangreichen Sprachprojekt, bei dem Deutsche intensiver als bisher Polnisch und Polen noch umfangreicher Deutsch lernen sollen. Zudem will die Stettin-nahe Gemeinde Löcknitz, in der zehn Prozent polnische Bürger wohnen, ihren Schulcampus ausbauen.

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