Mecklenburg-Vorpommern : Etwas mehr Arbeitslosigkeit

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Die späten Sommerferien verzögern den Herbstaufschwung am Arbeitsmarkt. Für den nächsten Monat verbreitet die Chefin der Arbeitsagenturen im Norden aber Hoffnung.

svz.de von
01. September 2015, 20:45 Uhr

Trotz der Tourismus-Hochsaison ist die Zahl der Arbeitslosen in Mecklenburg-Vorpommern im August leicht um 300 auf 79 800 gestiegen. Die Erwerbslosenquote blieb wie im Juli bei 9,6 Prozent, wie die Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit am Dienstag in Kiel bekanntgab. Die Chefin der Regionaldirektion, Margit Haupt-Koopmann, nannte den Anstieg der Erwerbslosenzahl um 0,4 Prozent untypisch.

Angesichts der späten Sommerferien überrasche er aber nicht, sagte sie. Die Betriebe stellten üblicherweise erst nach den Ferien neues Personal ein. Für die nächsten Wochen zeigte sie sich deshalb optimistisch. „Wir werden einen kräftigen Herbstaufschwung bekommen“, sagte Haupt-Koopmann. Im September gehe sie von einem Rückgang der Erwerbslosenzahl aus. „Wenn die Weltlage stabil bleibt, werden wir auch das Jahr gut abschließen.“ Der Arbeitsmarkt im Nordosten sei robust. Im Vergleich zum August 2014 seien jetzt 5600 Menschen weniger arbeitslos. Auch Langzeiterwerbslose profitierten. Ihre Zahl sank binnen Jahresfrist um rund 3000. Die Unternehmen hielten ihre Mitarbeiter und suchten neue, sagte Haupt-Koopmann. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten stieg von Juni 2014 bis Juni 2015 um 3200 auf 552 700.

Bundesweit stieg die Zahl der Erwerbslosen von Juli zu August um 0,8 Prozent. Im Vergleich der Bundesländer behielt Mecklenburg-Vorpommern Platz 13 vor Sachsen-Anhalt, Berlin und Bremen. Von den Landkreisen in Mecklenburg-Vorpommern präsentiert sich erneut Ludwigslust-Parchim mit 7,1 Prozent als die Region mit der niedrigsten Arbeitslosigkeit.

Am höchsten war sie im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte mit 12 Prozent. In Schwerin beträgt die Quote aktuell 10,2 Prozent, in Rostock 9,9 Prozent.

Auch Arbeitsministerin Birgit Hesse (SPD), Wirtschaftsminister Hary Glawe (CDU) sprachen von einem robusten Arbeitsmarkt. Die Arbeitgeber verwiesen zudem auf die Auswirkungen der Alterung der Gesellschaft.

Eine neue Herausforderung sei die Integration von Asylbewerbern und Flüchtlingen, sagte Martin Sauer, Arbeitsmarkexperte der Vereinigung der Unternehmensverbände für Mecklenburg-Vorpommern. Viele Firmen seien bereit, Flüchtlinge zu beschäftigen, damit diese ihren Lebensunterhalt selbst verdienen und Fuß fassen können. Dazu bedürfe es allerdings einfacherer Regelungen und gezielter Förderinstrumente.

Noch sei der Mix verschiedenster Regelungen und Vorgaben sehr unübersichtlich. „Zugleich brauchen wir deutlich mehr Angebote zur frühzeitigen Sprachförderung“, forderte Sauer. Sprachkenntnisse seien Voraussetzung, um ihnen Praktika, Ausbildung und Beschäftigung anbieten zu können.

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