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Interview Birgit Hesse : Essen für 4 Euro pro Tag

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Sozialministerin Birgit Hesse zum Start der Pflicht-Verpflegung in Kitas

von
erstellt am 08.Jan.2015 | 19:30 Uhr

Die gesetzlich fixierte Ganztagsverpflegung in den Kitas ist holprig gestartet. Sozialministerin Birgit Hesse (SPD) dazu im Interview mit Max-Stefan Koslik.

Frau Ministerin, das Pflicht-Essen in den Kitas geht mit einer Kostenexplosion einher, haben Sie das kalkuliert?

Hesse: Ist das tatsächlich so? Das müsste man untersuchen. Bereits im letzten Jahr hatten 80 Prozent der Kitas die Ganztagsverpflegung. Dort kann es ja nicht zu einer Kostenexplosion kommen. Zum anderen haben Eltern das Recht, sich die Kostenkalkulationen ihrer Einrichtung anzusehen. Es darf eben nicht alles in die Essenkosten eingerechnet werden. Wir haben Anfragen von Eltern, wo Stühle und Tische eingerechnet wurden. Das geht nicht.

Bei welchem Wert sollte denn so eine Vollverpflegung liegen?

Ich habe mir im letzten Jahr viele, viele Kitas angesehen. Da wurden immer so 3,50 Euro bis 4,50 Euro pro Tag berechnet. Da kann man nicht von einer Kostenexplosion sprechen.

Es steht der Vorwurf im Raum, das Land lasse die Kitas allein. Haben Sie die Ganztagsregelung nicht lange genug vorbereitet?

Diese Kritik kann ich überhaupt nicht annehmen. Das neue Gesetz ist aus dem Jahr 2013. Wir haben extra eine Übergangsfrist zur Einführung der Vollverpflegung zum 1. Januar 2015 eingefügt, um den Kita-Trägern Zeit zur Vorbereitung zu geben. Wenn einige Kitas erst jetzt Elternversammlungen dazu durchführen, dann wurde der Zeitpunkt verpasst. Wir haben im letzten Jahr zudem eine Handreichung an die Jugendämter gegeben. Wir haben einen Elternbrief verfasst. Wir haben zu Jahresbeginn mit einem Flyer Aufklärung betrieben. Wer informiert sein wollte, konnte sich langfristig und ausführlich vorbereiten.

Die Landtagsabgeordnete der Linken, Jaqueline Bernhardt, behauptet, dass Eltern, die ihren Kindern weiter Brot mitgeben, vom Ganztagsessen befreit sind. Richtig?

Im Gesetz steht, dass die Kitas das Essen selbst zubereiten oder sich Dritter bedienen kann. Damit ist der Caterer gemeint. Es ist aber nicht gemeint, dass die Eltern weiterhin die Brotdose mitgeben. Ziel des Gesetzes ist, dass die Kinder gemeinsam essen und dass alle das gleiche gesunde Essen bekommen. Es ist nicht gemeint, dass wieder einzelne Brotdosen mitgegeben werden.

Es gibt Kitas, die die Regelung umgehen und Eltern weiter in die Pflicht nehmen, ist das ungesetzlich?

In Absprache zwischen Kita und Eltern ist es möglich, dass Eltern Brot, Käse, Gurke, Äpfel usw. mitbringen und gemeinsam gesunde Mahlzeiten vorbereitet werden. Das liegt in der Ausgestaltung der einzelnen Kita. Wichtig ist, dass alle gemeinsam gesund essen. Es gibt eine Empfehlung für gesundes Essen, wo das nachlesbar ist.

 

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