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Automobilzulieferer gut im Geschäft : Es wird kräftig investiert

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Die Krise ist erst mal überstanden, die Autozulieferer mit 100 Firmen und etwa 4900 Beschäftigten im Nordosten expandieren und fahren Sonderschichten. Zeitarbeit sei kein Thema mehr. Ein Umdenken hat stattgefunden.

svz.de von
erstellt am 14.Feb.2012 | 07:10 Uhr

Rostock/Ueckermünde | Die Automobilzulieferer in Mecklenburg-Vorpommern sind nach der Krise 2008/2009 wieder gut im Geschäft. "Die meisten Betriebe haben ihre Produktionshöchststände von vor 2008 schon überschritten", sagte Andreas Vietinghoff vom Netzwerk automotive-mv gestern in Rostock. Zeitarbeit sei kein Thema mehr, hier habe ein Umdenken stattgefunden: "Das Gros der Firmen vergrößert ihre Stammbelegschaft, um Fachpersonal zu halten." Sorgen bereiten den Firmen aber die steigenden Materialpreise. Das gilt vor allem bei Buntmetallen und bei Kunststoffgranulat.

Im Nordosten arbeiten nach Angaben des Netzwerkmanagers rund 100 Firmen mit etwa 4900 Beschäftigten als Zulieferer für die Autoindustrie. Der Umsatz der Branche im Land liege bei 1,3 Milliarden Euro.

Derzeit wird kräftig investiert und produziert. In Laage entsteht laut Vietinghoff ein neues Nutzfahrzeugwerk der Firma Oberaigner aus Österreich, wo allradgetriebene Fahrzeuge montiert werden und 200 Arbeitsplätze entstehen sollen. "Der Innenausbau läuft bereits", sagte der Fachmann. "Gut im Geschäft" seien auch die Hydraulik Nord-Gruppe Parchim, der amerikanische Elektronikkomponentenhersteller Lear Corporation in Wismar sowie Spheros in Neubrandenburg als Busausrüster mit Klimaanlagen und Heizsystemen.

Die Spezialgießerei MAT in Ueckermünde fuhr zuletzt wegen der guten Auftragslage sogar Sonderschichten an den Wochenenden, wie Geschäftsführer Ulrich Stark erläutert. "Wir haben 2011 mit 39 000 Tonnen die höchste Produktion der Firmengeschichte erreicht", sagt der gebürtige Greifswalder. Seit der Übernahme der Gießerei durch die Amerikaner im Jahr 2010 stieg die Zahl der Beschäftigten von 230 auf 300 Mitarbeiter am Standort Ueckermünde.

Sorgenfalten treiben Stark die Rohstoffspekulanten auf die Stirn. Die Kupferpreise seien wegen der Spekulationen innerhalb von drei Monaten von 5800 Euro auf 8200 Euro pro Tonne gestiegen. Das Problem mit den Materialpreisen treibt die ganze Branche um, weiß Vietinghoff. "Die Terminkette der Autobauer ist sehr eng, die Qualitätsanforderungen an die Zulieferer sehr hoch."

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