Experten erwarten hunderte Meteoriten pro Stunde : Es regnet Glücksbringer

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Wenn eine Sternschnuppe vom Himmel fällt, heißt es auch "ein Stern putzt sich". Am Sonnabend können geduldige Beobachter sogar Feuerbälle am Firmament erspähen.

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06. Oktober 2011, 09:29 Uhr

Berlin | Wenn eine Sternschnuppe vom Himmel fällt, heißt es auch "ein Stern putzt sich". Tatsächlich ist der Ursprung der leuchtenden Himmelsspuren nichts anderes als "Dreck" aus dem Weltall. Sternschnuppen entstehen, wenn kleine Objekte aus dem All in die Erdatmosphäre hineinrasen und dort auf Grund der Reibung mit Luftmolekülen verglühen.

Die weit sichtbaren Leuchtstreifen stammen dabei jedoch nicht von den Staubkörnchen, sondern von den Luftmolekülen: Denn die mehrere zehntausend Kilometer pro Stunde schnellen kosmischen Geschosse übertragen einen Teil ihrer Energie auf die Luftmoleküle, die daraufhin Licht aussenden.

Ursprung der Meteoriten sind oft Kometen, die Bruchstücke entlang ihrer Bahn verstreuen. Gerät die Erde in eine solche Trümmerwolke, entwickeln sich Sternschnuppenschauer.

Am Sonnabend können geduldige Beobachter dann sogar Feuerbälle am Firmament erspähen, sagt Jost Jahn von der Vereinigung der Sternfreunde in Berlin. "Das sind etwas größere Körnchen, die mehr Energie haben und deswegen heller am Himmel erscheinen." Sie leuchten ihm zufolge etwa so hell wie die Venus, die allerdings erst Ende Oktober am Himmel zu sehen ist. "Das fällt schon richtig auf. Man dachte ja früher wirklich: Es fällt Feuer vom Himmel."

Meteorologen machen Sternguckern unterdessen wenig Hoffnung. "In der Mitte und im Süden können Sie das abhaken", sagte ein Experte vom Deutschen Wetterdienst. "Wenn eine Chance besteht, dann in Norddeutschland. Dort gibt es Wolkenlücken."

Die US-Weltraumbehörde Nasa sorgt sich unterdessen um die Satelliten im Weltall. Der Draconiden-Strom sei ein Risiko für erdnahe Objekte im All, schreiben William Cooke und Danielle Moser vom Meteoriten-Büro der Nasa. Spezielle Programme sollen daher die Risiken ausloten. Die Draconiden seien mit etwa 21 Kilometern pro Sekunde zwar relativ langsam, sagt Jost Jahn. Für einen Satelliten sei das aber schon viel. "Wenn so ein Staubkörnchen einen Satelliten trifft, dann gibt es ein Loch."

Ihren Namen verdanken die Draconiden dem Sternbild des Drachen, aus dem sie zu kommen scheinen.

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