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Mecklenburg-Vorpommern im Superwahljahr 2011 : "Es muss ordentlich menscheln"

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Obama hat es erfolgreich vorgemacht. Kanzlerin Merkel hat es bei der Bundestagswahl 2009 versucht. Jetzt wollen die Landesverbände in MV in ihrem Superwahljahr 2011 über Netzwerke ihre Wähler mobilisieren.

svz.de von
erstellt am 23.Apr.2011 | 04:17 Uhr

Schwerin | Barack Obama hat es im US-Wahkampf 2008 erfolgreich vorgemacht. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat es bei der Bundestagswahl 2009 wenigstens versucht. Jetzt wollen die Landesverbände in Mecklenburg-Vorpommern in ihrem Superwahljahr 2011 über Facebook, Twitter oder andere Netzwerke ihre Wähler mobilisieren und neue erobern.

Dazu Steffen Wehner, Pressesprecher des SPD-Landesverbandes: "Das Web 2.0 ist eine Chance, die wir nutzen wollen, darum bieten wir unseren Kandidaten Hilfe und Kurse an". Durch Facebook und Twitter bestehe die Möglichkeit Informationen mit Emotionen zu verbinden. "Es muss ordentlich menscheln", so Wehner. Das komme besser an als jede nüchterne Pressemitteilung. Doch sei jeder Parteipolitiker für seinen Auftritt im Internet selbst verantwortich.

In der CDU-Fraktion des Landtages fügt Pressesprecher, Wolfram Axthelm hinzu: "Wichtig in solchen Foren ist die Aktualität, wenn der letzte Eintrag aus der Weihnachtszeit stammt, kann man sich die Sache schenken." Die Fraktion der Linken hat mit Lars Kulesch sogar einen Mitarbeiter eingestellt, der über die Kommunikation im Web 2.0 diplomiert hat. "Politische Inhalte lassen sich besser mit Unterhaltung vermitteln", ist sein Credo. Politiker müssten "authentisch rüberkommen".

Lorenz Caffier, Spitzenkandidat der CDU, beherzigt diesen Hinweis schon seit Langem. Seine Pinnwand bei Facebook ist vollgetackert mit Persönlichem. "Habe heute am frühen Morgen etwas für die Fitness in Schwerin getan. Der Wahlkampf wird noch lang und fordert viel Kraft. Gemeinsam mit dem frisch gebackenen Weltmeister Stefan Nimke habe ich ein wenig Ausdauer trainiert", schreibt Caffier am 15. April. Immerhin 14 Personen gefällt der Eintrag.

SPD-Spitzenkandidat und Amtsinhaber, Erwin Sellering, verzichtet bei seinem Facebook-Auftritt auf solche Details und bleibt lieber im Stil von Pressemitteilungen. Persönliche Dinge gibt er dann doch auf seiner eigenen Homepage preis. Zum Frühstück isst er gern "eine Portion Müsli mit ordentlich Früchten"und geht dann kurz nach halb acht zu Fuß zur Staatskanzlei.

Gino Leonhard, frisch gekürter Spitzenkandidat der FDP ist seit Dezember 2010 auch bei Facebook. Seitdem drückten acht Nutzer auf den Bottom "gefällt mir". Das ist Negativrekord. Zum Vergleich: Manuela Schwesig, ehrgeizige Vorzeige-Poltikerin der SPD brachte es bisher auf 1950 "gefällt mir"-Fans.

Helmut Holter, Spitzenkandidat der Linken, veröffentlicht statt persönlichen Dingen auch lieber nüchtern seine Pressemitteilungen auf dem Portal und verweist auf Videobotschaften. 61 Personen gefällt das.

Udo Pastörs, er führt die rechtsextreme NPD in den Landtagswahlkampf, ist ebenfalls auf Facebook gemeldet, hat aber nicht mal eine Pinnwand. 76 Personen gefällt das.

Das Kommunikations-Unternehmen Infopark hat das Agieren von Politikern im Internet bundesweit unersucht. Die Mehrheit der Politiker vernachlässige das Medium, so ihr Ergebnis. Fast die Hälfte der Politiker antwortet nicht auf E-Mail-Anfragen, 45 Prozent sind in Plattformen wie Facebook oder Twitter nicht vertreten.

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