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Mecklenburg-Vorpommern

23. November 2017 | 17:52 Uhr

22. Mühlentag M-V : Es klappert die Mühle

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Minister Till Backhaus eröffnete den 22. Mühlentag M-V an der frisch restaurierten Erdholländermühle in Wittenburg

Der Pfingstmontag steht schon seit vielen Jahren ganz im Zeichen der Wittenburger Mühle. In diesem Jahr allerdings war das gestrige 15. Mühlenfest aus zweierlei Hinsicht eine ganz besondere Veranstaltung. Zum einen feierten die Wittenburger neben ihrem schon traditionellen Mühlentag das 25-jährige Bestehen des Landesmühlenvereins Mecklenburg-Vorpommern, zum anderen wurde das bunte Treiben erstmalig an einer im neuen Glanz erstrahlten Erdholländermühle begangen. Die zahlreichen Gäste, die schon am frühen Vormittag das weitläufige Areal bevölkerten, erfreuten sich an dem noch ungewohnten Anblick der sich drehenden Mühlenflügel. Neben der Stadt Wittenburg zeichnete der Förderkreis Mühle Wittenburg e.V. für die Organisation des Mühlenfestes verantwortlich.

Wittenburgs Bürgermeisterin Dr. Margret Seemann machte gestern aus ihrer großen Freude keinen Hehl, dass neben Landrat Rolf Christiansen und seinem Stellvertreter Wolfgang Schmülling auch der Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Dr. Till Backhaus zu den Ehrengästen des Mühlentages gehörten. „Gerade diese drei Personen haben viel dazu beigetragen, dass wir die Fördermittel erhalten konnten, um heute an der alten, aber wunderschön rekonstruierten Wittenburger Erdholländermühle diesen wunderbaren Mühlentag zu begehen“, sagte Dr. Margret Seemann zu Beginn der Jubiläumsfeier. Gleichzeitig war sie dankbar, dass Lothar Wilken als Vorsitzender des Landesmühlenvereins ausgerechnet die Wittenburger Mühle für die Landeseröffnung des Mühlentages ausgewählt hatte. „Noch vor wenigen Monaten stand an dieser Stelle ein ziemlich marodes, zum Einsturz bereites Bauwerk. Ich bin wirklich stolz auf das Erreichte und freue mich, dass wir das Wahrzeichen unserer Stadt erhalten konnten“, so die Stadtoberin.

Landwirtschaftsminister Till Backhaus war gerade erst von der Eröffnung des Länderpavillons auf der Weltausstellung in Mailand zurückgekehrt. „Passend zum Thema der diesjährigen Expo in Italien ‚Ernähre die Erde’ bin ich sehr froh, dass wir diese altehrwürdige Mühle aus dem Jahr 1876 heute wieder voll funktionstüchtig bestaunen können“, sagte der Minister in Wittenburg. Backhaus hatte seinerzeit den Entwicklungsprozess um den Erhalt der Erdholländermühle begleitet. Für ihn stand es niemals außer Frage, der Stadt Wittenburg und dem ortsansässigen Mühlenverein finanziell unter die Arme zu greifen.

Über 700  000 Euro wurden in die vollständige Rekonstruktion der Windmühle investiert, wobei die Stadt Wittenburg mit 200  000 Euro keinen unerheblichen Eigenanteil leistete.

Als wenn es der Wettergott gespürt hätte, dass die Eröffnung des Mühlentages mal wieder von viel zu langen Reden begleitet wurde, setzte plötzlich der nicht erwartete Regen ein. Von diesem ließen sich die Gäste allerdings nicht abhalten, ihre Runden über das Mühlenareal zu drehen und an den vielen liebevoll gestalteten Ständen mit kulinarischen Köstlichkeiten aller Art zu verharren. Auch der Chor der Liedertafel, der schon während der Eröffnungsreden tapfer auf seinen Auftritt wartete, gab trotz des Regens sein Mecklenburger Liedgut unter einer schützenden Baumgruppe zum Besten. Die sich wiederholenden Vorführungen von Dreschkasten und Mähbinder zeigten nicht nur in Wittenburg, dass die Begeisterung für historische Technik ungebrochen ist.

Neben der Wittenburger Erdholländermühle gewährten landesweit elf weitere Wind- und Wassermühlen Einblick in die faszinierende und uralte Technik. So ließen unter anderem die Windmühlen in Kröpelin und Steinhagen, die Wassermühlen in Kölln und Kuchelmiß, die Schleifmühle in Schwerin, die Bockwindmühlen in Eldena und Pudagla sowie die Schwedenmühle in Anklam ihre Flügel- und Wasserräder drehen.

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