Prüfungssituation : Es hapert an der Umsetzung

Der Rostocker Fahrlehrer Sven Patzer simuliert Prüfungssituation

svz.de von
15. Juli 2014, 07:48 Uhr

Eine Fahrschulprüfung ist nicht ohne. Das weiß auch der Rostocker Fahrlehrer Sven Patzer. Trotzdem muss er immer wieder feststellen, dass viele junge Leute den Unterricht und die Prüfung auf die leichte Schulter nehmen. Gerade in der Theorie muss Patzer die 17- und 18-Jährigen an die Hand nehmen. „Sie lernen die Fragebögen einfach auswendig, ohne die Verkehrssituationen wirklich zu verstehen“, sagt er. Das Lernen falle vielen schwer. Sie versagen dann in der Fahrpraxis, weil sie ihre auswendig gelernten Kenntnisse nicht anwenden können.

Trotzdem kann sich Patzer über eine gute Quote freuen: „Mehr als 90 Prozent meiner Schüler besteht beim ersten Mal die Theorieprüfung“. Dieses positive Ergebnis kommt nicht von allein. Er bereitet seine Fahrschüler gut auf die Testphase vor. „Während der Ausbildung simulieren wir die Prüfungssituation. Damit zwingen wir die Schüler mehr oder weniger zum Lernen“, sagt der erfahrene Fahrlehrer.

Zwischen 17 und 26 Jahre sind seine Fahrschüler im Durchschnitt. „Besonders die 17-Jährigen nehmen die Ausbildung sehr ernst“, sagt Patzer. Um einen Motorrad-Führerschein zu erhalten, kommen auch ältere Leute zu ihm. Die Männer und Frauen, die bei ihm das Fahren auf einem Zweirad erlernen wollen, sind auch schon mal 40 oder 50 Jahre alt. „Und die brauche ich auch“, sagt Patzer. Aufgrund geburtenschwacher Jahrgänge lasse sich die Fahrschule allein mit den jugendlichen Fahranfängern kaum betreiben.

Für Patzer ist der Job des Fahrlehrers eine Berufung. Denn geringe Durchfallquoten lassen sich nicht allein durch Drill erreichen. „Man muss mit der Zeit gehen und sich an die jungen Leute anpassen“, sagt der Rostocker. Trotzdem behält sich Patzer vor, als Autoritätsperson von seinen Schülern wahrgenommen zu werden.

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