Ausnahmezustand : Es brennt in MV!

Überall befinden sich Brandherde auf den Feldern in MV
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Überall befinden sich Brandherde auf den Feldern in MV

Überall in MV stehen Felder in Flammen: Wehren rücken mehrmals täglich aus – Getreide auf einer Fläche von 840 Fußballfeldern haben die Bauern bereits verloren.

svz.de von
04. Juli 2018, 20:55 Uhr

Ausnahmezustand auf den Feldern und bei den Feuerwehren. Teilweise im Minutentakt gingen bei der Leitstelle der Mecklenburger Seenplatte am Dienstag die Notrufe ein. Insgesamt waren es 412. „An einem normalen Tag sind es etwa 250“, so ein Sprecher. Zu 27 Einsätzen mussten die Feuerwehren des Landkreises ausrücken, wovon die meisten Flächenbrände waren. Es brennt – überall in Mecklenburg-Vorpommern.

Mehr als 600 Hektar Getreide wurden nach einer Umfrage unserer Zeitung in den Landkreisen bisher durch die Feuer zerstört. Das entspricht der Fläche von zirka 840 Fußballfeldern. Hinzu kommen mindestens sechs landwirtschaftliche Maschinen. Allein in den vergangenen drei Tagen mussten die Wehren über 80-mal zu größeren Flächenbränden ausrücken.

Der kleinste Funke genügt. In den meisten Fällen seien es Steinschläge beim Mähen, die das Feuer auslösen. Am Dienstagabend setzte nahe Rostock nach einem Kurzschluss einer Oberleitung ein brennender Vogel ein Feld in Flammen. Brenzlig wurde es, als gestern in der Hansestadt ein Feld direkt neben einem Wohngebiet Feuer fing. Anwohner versuchten die Ausbreitung des Brandherdes mit Gartenschläuchen zu verhindern. Verletzt wurde niemand. Auf Rügen brach ein Feuer auf einem Stoppelfeld aus – bei dem Versuch einen Heißluftballon aufzublasen.

„Das zeigt, mit welcher Situation wir es zu tun haben“, sagt Hannes Möller, Vorsitzender des Landesfeuerwehrverbandes Mecklenburg-Vorpommern. Das letzte Mal, dass es solch eine Phase lang anhaltender heißer Witterung und extremer Trockenheit gegeben hat, sei lange her. So viel wie in den letzten Tagen haben die Einsatzkräfte im Land selten zu löschen. „Alle Kameraden im Land leisten hervorragende Arbeit. Einige Wehren müssen mehrmals am Tag ausrücken“, so Möller.

Regen bleibt auch weiterhin nicht in Sicht, teilte gestern der Meteorologe Uwe Ulbrich vom Wetterstudio Hiddensee mit. „Wir haben es mit einer anhaltenden Blockierungswetterlage zu tun, bei der sich das Hochdruckgebiet kaum verlagert.“ Die Brandschäden gehen bereits in die Millionen. Einer Einschätzung des Bauernverbandes zufolge, müssen die Landwirte in MV in diesem Jahr mit Dürreschäden von mindestens 400 Millionen Euro rechnen.

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