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Mecklenburg-Vorpommern

24. November 2017 | 18:03 Uhr

Es brennt bei der Feuerwehr

vom

svz.de von
erstellt am 13.Aug.2012 | 06:27 Uhr

Schwerin | Zunehmende Probleme bei der Sicherung des Brandschutzes im Flächenland Mecklenburg-Vorpommern heizen die politische Debatte um Hilfen für die Feuerwehren an. Nach einem überraschenden Vorstoß der SPD, den Wehren neue Einnahmemöglichkeiten zu eröffnen, indem etwa Firmen für besonders teure Löscheinsätze zur Kasse gebeten werden können, reagierte der Koalitionspartner CDU zurückweisend: "Übereilte Schnellschüsse helfen niemandem. Wichtigste Aufgabe ist die Sicherung der Einsatzfähigkeit", erklärte der innenpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Wolf-Dieter Ringguth.

Laut Landesfeuerwehrverband sind in den rund 1000 Feuerwehren des Landes 36 000 Mitglieder organisiert, 27 500 sind als Einsatzkräfte aktiv. Wegen rückläufiger Geburtenzahlen seit der Wende und alternativer Freizeitmöglichkeiten wird es vor allem in kleinen Gemeinden zunehmend schwierig, den Brandschutz personell zu gewährleisten. Während vor zehn Jahren die Jugendfeuerwehren noch 10 000 Mitglieder zählten, seien es heute 7000.

Nach Meinung Ringguths gefährdet neben der demografischen Entwicklung die hohe Anzahl von Berufspendlern die Einsatzfähigkeit vieler Freiwilliger Feuerwehren im Land. "Es gibt Wehren, die sind unter der Woche nicht mehr in der Lage auszurücken. Bislang schieben wir die Probleme vor uns her und hoffen, dass nichts passiert", mahnte der CDU-Politiker. "Feuer ist unpolitisch. Deshalb müssen Probleme gemeinsam gelöst werden." Ringguth schlug daher parteiübergreifende Beratungen zum Thema und ein erstes Treffen aller demokratischen Fraktionen des Landtags dazu am 22. August vor.

Der Städte- und Gemeindetag verlangte, die Feuerwehren von zusätzlichen Aufgaben zu entlasten. "Feuerwehrleute sind ausgebildet, um Brände zu löschen, bei Unfällen zu helfen. Nicht, um Ölspuren zu beseitigen, nur weil das Straßenbauamt keinen Spät- oder Wochenenddienst macht", erklärte Referatsleiter Klaus-Michael Glaser.

Er forderte die Landesregierung zudem auf, eine engere Zusammenarbeit kleinerer Feuerwehren durch finanzielle Anreize zu fördern. "Feuerwehren spielen für das dörfliche Leben eine enorme Rolle. Deshalb treffen Zusammenschlüsse mit Nachbarwehren oft auf erhebliche Widerstände. Wir brauchen intelligente Lösungen, mit der Traditionen gewahrt und die Einsatzbereitschaft gesichert werden können."

Nach Angaben von Innenminister Lorenz Caffier (CDU) hat die Landesregierung den Handlungsbedarf erkannt. "Als allererstes ist es für unser Land wichtig, die Einsatzfähigkeit der Feuerwehren technisch und personell auf einem hohen Niveau zu halten." Die Belastungen für die Kommunen müssten sich dabei aber in Grenzen halten, erklärte er. Konkrete Schritte nannte er nicht.

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