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Koalition lehnt Änderungen an Gymnasialausbildung ab : Es bleibt beim Turbo-Abitur in zwölf Jahren

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Die Koalition hat gestern alle Änderungen am Weg zum Abitur in MV abgelehnt. Zwei Vorschläge werteten sie als "unpraktikabel". Unterstützung bekam die Kritik der Oppositionsparteien am "Turbo-Abitur" von der GEW.

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erstellt am 25.Apr.2013 | 06:45 Uhr

Schwerin | Die SPD/CDU-Koalition hat vorerst alle Änderungen am Weg zum Abitur in Mecklenburg-Vorpommern abgelehnt. Zwei Vorschläge der Linkspartei und der Grünen werteten sie gestern im Landtag unter anderem als "Schnellschuss" oder als "unpraktikabel". Unterstützung bekam die Kritik der beiden Oppositionsparteien am zwölfjährigen "Turbo-Abitur" allerdings von der Lehrer-Gewerkschaft GEW.

Die Linkspartei hatte beantragt, den Unterricht der ihrer Meinung nach überlasteten Abiturienten teilweise in untere Klassenstufen zu verlagern, schriftliche Abiturprüfungen zu streichen und die Lehrpläne zu straffen. Die Grünen schlugen vor, den Schülern in der zehnten Klasse an bis zu sechs Modellschulen die Wahlmöglichkeit zu geben, ob sie weitere zwei oder drei Jahre bis zum Abitur gehen wollen.

Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) sagte, es gebe kein Grundrecht auf ein Abitur und das Gymnasium könne keine Spaßgesellschaft sein. Grundsätzlich müsse unter anderem bundesweit geklärt werden, wieviele Abiturienten erwünscht seien, und auf welchem Leistungsniveau sie am Ende geprüft werden sollten. Brodkorb zitierte eine Schweizer Intelligenz-Forscherin, laut der eine Abiturienten-Quote von rund 25 Prozent realistisch wäre. In Mecklenburg-Vorpommern liege sie bei 29 Prozent. Brodkorb glaubt allerdings, dass man sich vor 2017 bundesweit nicht einer Gesamtlösung nähern werde. Torsten Renz (CDU) sagte, Änderungen am Abitur in Mecklenburg-Vorpommern seien nicht notwendig. Es gebe keinen Grund als Politiker "weiche Knie" zu bekommen, nur weil ihre Kollegen in Westdeutschland auf Eltern-Proteste reagierten, die ihr dreizehnjähriges Abitur zurückhaben wollten.

Die GEW sah in den Vorschlägen der Opposition "wichtige Schritte hin zu einer Verbesserung der jetzigen Situation", die von gestressten Schülern, Lehrern und Eltern geprägt sei. Die SPD-Abgeordnete Margret Seemann räumte unterdessen ein, dass wegen der schulischen Anforderungen viele Abiturienten ihr Heimatdorf nur noch zum Schlafen aufsuchen.

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