zur Navigation springen

Ablehnung von Seiteneinsteigern : Erziehermangel in Kitas

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Die Linke fordern mehr Ausbildungskapazität. Der Landtag soll in dieser Woche das Thema diskutieren

In den Kitas Mecklenburg-Vorpommerns fehlen nach Einschätzung der Linken Hunderte ausgebildete Erzieherinnen und Erzieher. Allein 2016 seien 239 Anträge auf eine Ausnahmegenehmigung gestellt worden, teilte die Linksfraktion im Landtag unter Berufung auf die Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage mit.

Kindergärten und -krippen, die aus Not Nichtfachkräfte einstellen wollen, müssen beim Land eine Ausnahmegenehmigung beantragen. Im Vorjahr seien nur 106 Anträge genehmigt worden, nicht einmal die Hälfte. Die Linksfraktion will das Thema in dieser Woche in den Landtag bringen, wie die familienpolitische Sprecherin Jacqueline Bernhardt ankündigte.

Gründe für die Ablehnung von Seiteneinsteigern könnten sein, dass der Bewerber keinen passenden Berufsabschluss wie Kinderpfleger hat oder die Verpflichtung zur Weiterqualifizierung nicht eingeht. Laut Statistischem Amt waren im März vorigen Jahres 11 750 Menschen in den Kitas des Landes tätig, darunter 9937 Erzieherinnen und Erzieher sowie 1148 weitere pädagogische Fachkräfte. Weitere 665 Kita-Mitarbeiter hatten demnach andere Berufsabschlüsse, waren noch in der Ausbildung oder auch in der Verwaltung tätig. Die Linke rechnet damit, dass noch mehr als die 239 Fachkräfte fehlen. Sie fordert mehr Ausbildungs- und Studienplatzkapazitäten für Erzieher, wie Bernhardt sagte. Ausbildungsorte im Land sind unter anderem die beruflichen Schulen Güstrow, Rostock, Stralsund, Neubrandenburg und Schwerin. Außerdem gibt es einen Bachelorstudiengang für die frühkindliche Erziehung an der Hochschule Neubrandenburg.

Nach Ansicht der Fraktion ist zunächst eine Fachkräfteanalyse inklusive der Altersstruktur nötig. Bernhard kritisierte, dass die Landesregierung offenbar keinen Überblick über die Besetzung von Stellen in den Kitas und über Defizite hinsichtlich des Personalbestandes und des Personalbedarfs hat. Weiter fordern die Linken eine angemessene Entlohnung und bessere Arbeitsbedingungen für Erzieher sowie eine Kampagne, um Fachkräfte für die Kindertageseinrichtungen im Land zu gewinnen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen