Alt-Ministerpräsident : Erwin Sellering nach Krankheit in Politik zurück

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Die Krebsdiagnose Ende Mai war ein Schock für Erwin Sellering persönlich, für die Landespolitik und für viele Menschen im Nordosten. Jetzt, nach Abschluss der Therapie, fühlt sich Sellering wieder fit und arbeitsfähig.

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11. Dezember 2017, 12:33 Uhr

Alt-Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) meldet sich nach überstandener Krebstherapie in der Landespolitik zurück: Blass, mit kahlem Kopf und etwas rauer Stimme, doch mit einem fröhlichen Lachen im Gesicht kündigte der 68-Jährige am Montag im Schweriner Schloss seine Rückkehr als Landtagsabgeordneter auf die politische Bühne an. „Es ist ein tolles Gefühl. Ich freue mich, wieder hier zu sein“, sagte er.

Hinter Sellering liegen die Schock-Diagnose Lymphdrüsen-Krebs Ende Mai und anschließend ein halbes Jahr intensiver Therapie an der Uni-Klinik Rostock. „Es war keine leichte Zeit“, sagte er. Umso mehr habe er sich über die Ermunterungen und den Zuspruch gefreut, die ihn per E-Mail, Post oder SMS erreichten. Auch auf der Straße habe er in Gesprächen Unterstützung erfahren. „Dafür möchte ich mich sehr, sehr herzlich bedanken.“ Dies habe ihm sehr geholfen.

Nach der letzten Behandlung sei er jetzt seit fast vier Wochen wieder zu Hause. Er fühle sich fit und arbeitsfähig. Im Landtag habe er ein Büro zugewiesen bekommen, ein „wunderbares“ Turmzimmer, das vor ihm schon Alt-Ministerpräsident Harald Ringstorff (SPD) als Parlamentarier nutzte.

Welchen politischen Bereich Sellering als Abgeordneter zu seinem Spezialgebiet machen wird, ist nach seinen Worten noch offen. Klar ist: Am Mittwoch will er bereits an der Landtagssitzung teilnehmen, bei der die Abgeordneten über den Doppelhaushalt des Landes 2018/19 abstimmen wollen.

Ringstorff sei ihm in ganz besonderer Hinsicht ein Vorbild, sagte Sellering weiter und konnte sich dabei ein Feixen nicht verkneifen.

Als er 2008 Ringstorff in die Staatskanzlei nachfolgte, habe der sich mit guten Ratschlägen für die Amtsführung zurückgehalten. „Er war immer für mich da, wenn ich ihn gefragt habe“, sagte Sellering. Aber Ringstorff habe nicht hineingeredet, sondern wirklich und vollständig losgelassen. „Das will ich gerne auch versuchen.“ Seine Nachfolgerin Manuela Schwesig (SPD) sei sehr gut. Er werde sich freuen, wenn sie anruft und das eine oder andere mit ihm besprechen will. „Aber ich werde schon warten, dass das von ihr ausgeht“, beteuerte der ehemalige Regierungschef, der immerhin fast neun Jahre die Geschicke der Landesregierung geleitet hat.

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