Kühles Frühjahr mindert Honigernte : Erträge in MV über Durchschnitt

Etwa ein Kilo Honig verzehrt jeder Deutsche im Schnitt pro Jahr. Nur ein Drittel der gesamten Jahresmenge sammeln die Bienen in Deutschland. Und dann wird der sprichwörtliche Bienenfleiß oft auch noch vom Wetter gebremst.

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18. August 2019, 10:40 Uhr

Ein kühles Frühjahr und der rückläufige Rapsanbau haben die Honigernte in Mecklenburg-Vorpommern in diesem Jahr etwas geringer ausfallen lassen als 2018. Einer Umfrage unter Imkern zufolge kann mit einem Ertrag von durchschnittlich 38 Kilogramm je Bienenvolk gerechnet werden. „Das ist immer noch ordentlich und für die meisten wohl auch zufriedenstellend“, konstatierte der Vorsitzende des Landesimkerverbands, Torsten Ellmann. An besonders guten Standorten und bei mehrmaligem Umsetzen der Bienenstöcke seien vereinzelt mit Spitzenvölkern auch 70 bis 80 Kilogramm erzielt worden.

Wie eine bundesweite Umfrage des Fachzentrums Bienen und Imkerei in Mayen (Rheinland-Pfalz) in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Imkerbund ergab, wurde in diesem Frühjahr deutlich weniger Honig geerntet als im Jahr zuvor. Im Schnitt brachte jedes Bienenvolk in der Frühtracht 10,3 Kilogramm Honig ein und damit nur die Hälfte der Vorjahresmenge von 20,6 Kilogramm.

Rund 19 Kilogramm je Bienenvolk

Früh- und Sommertracht tragen in etwa zu gleichen Teilen zum Jahresertrag der Imker bei. In Mecklenburg-Vorpommern waren es nach Angaben Ellmanns jeweils rund 19 Kilogramm je Volk. Damit fällt die Honigernte im Nordosten in diesem Jahr besser aus als in vielen anderen Teilen Deutschlands.

Im Schnitt werde nur etwa ein Drittel des Honigs vom Imker geerntet, sagte Ellmann. Je nach Sammelmenge würden die Waben dazu zwei bis drei Mal in der Saison geschleudert. Zwei Drittel verblieben im Stock als Nahrung für die Bienen und ihren Nachwuchs.

Nach Angaben Ellmanns ist der Raps in Mecklenburg-Vorpommern nach wie vor die wichtigste Tracht. Die erneut um 15 Prozent auf 169 000 Hektar gesunkene Anbaufläche mache sich aber auch im Honigertrag bemerkbar. Im Jahr 2010 blühte es im Nordosten noch auf 250 000 Hektar kräftig gelb. Wichtige Nektarlieferanten seien aber auch Obstbäume, Löwenzahn und Linden.

Auch wenn der Beitrag zur Honigproduktion marginal sei, begrüßte Ellmann das Anlegen sogenannter Blühstreifen an Feldrändern, die insbesondere im Sommer als Insektenweiden dienten. „Solche Streifen unterbrechen die für Insekten unergiebigen monotonen Kulturen wie Mais und Weizen und sie bieten Nahrung. Wir würden uns im Interesse der Landschaft und der Insekten noch mehr davon wünschen“, sagte Ellmann. Das Agrarministerium fördert die Aussaat von Blühpflanzen an Feldrändern mit knapp vier Millionen Euro. In diesem Jahr wurden auf knapp 8000 Hektar Ackerfläche Blumen statt Getreide und Futterpflanzen angebaut.

In MV 2851 Berufs- und Hobby-Imker

Wie Ellmann sagte, sind in Mecklenburg-Vorpommern inzwischen 2851 Berufs- und Hobby-Imker mit rund 27 300 Bienenvölkern gemeldet. Damit setze sich der leichte Zuwachs fort. Im Landesverband seien derzeit rund 1800 Imker organisiert, etwa 500 mehr als zum Tiefpunkt 1994.

Nur zwölf Imker betrieben die Bienenhaltung gewerblich.

In Deutschland gibt es laut Ellmann rund 120 000 Imker, die allermeisten machen das als Freizeit- oder Nebenbeschäftigung. Es gibt schätzungsweise rund eine Million Honigbienen-Völker. Im Durchschnitt verzehrt jeder Deutsche ein Kilogramm Honig im Jahr. Der Anteil des süßen Saftes von heimischen Bienen am Honigkonsum liegt nur bei etwa einem Drittel, wichtige Importstaaten sind Rumänien, Mexiko und Brasilien.

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