Statistik : Erstmals unter 100 000 Arbeitslose im Jahresdurchschnitt

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Der Arbeitsmarkt im Land dümpelt vor sich hin. Im Jahresdurchschnitt gab es nur einen ganz leichten Rückgang der Erwerbslosenzahl. Die Arbeitsagenturen setzen massiv auf Qualifizierung. Die Arbeitgeber, um deren Fachkräfte es ja geht, sollen stärker mit ins Boot.

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09. Dezember 2013, 15:18 Uhr

Die Zahl der Arbeitslosen in Mecklenburg- Vorpommern ist in diesem Jahr erstmals unter 100 000 gesunken. Im Jahresdurchschnitt waren rund 99 000 Frauen und Männer ohne Job, wie die Chefin der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit, Margit Haupt-Koopmann, am Montag in Schwerin sagte. Das seien 2900 weniger als 2012. „Der Arbeitsmarkt ist in einer ganz stabilen Verfassung“, betonte sie.

Für einen größeren Aufschwung hätten die konjunkturellen Impulse gefehlt. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigen sei im Land seit 2012 nur um 0,6 Prozent gewachsen. Jobs seien in den vergangenen fünf Jahren vor allem in Gesundheits- und Sozialberufen (+ 11 500), in wirtschaftsnahen Dienstleistungen (+ 7600) und im Gastgewerbe (+3500) entstanden.

Im kommenden Jahr hält Haupt-Koopmann einen weiteren Rückgang der Erwerbslosenzahl im Land für möglich, obwohl das agentureigene Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung einen leichten Anstieg vorhergesagt habe. Wenn sich die Konjunktur positiv entwickelt und die Qualifizierungsmaßnahmen der Agenturen und Jobcenter greifen, sei sie sicher, dass die Zahl unter 99 000 sinken werde, sagte Haupt-Koopmann.

Die Qualifizierung von Erwerbslosen sei in den kommenden Jahren das alles überstrahlende Thema. Allein 2013 hätten 12 500 Erwerbslose im Land eine mehr als dreimonatige Qualifizierung begonnen. Am Geld scheitere dabei selten etwas. Im zu Ende gehenden Jahr standen Haupt-Koopmann zufolge rund 170 Millionen Euro für die aktive Arbeitsmarktpolitik im Nordosten zur Verfügung. „Im kommenden Jahr wird die Summe ähnlich sein“, sagte sie. Die Zahl der Ein-Euro-Jobs, die in diesem Jahr um mehrere Tausend gesunken ist, werde ungefähr auf dem jetzigen Niveau (5400) bleiben.

Die Arbeitgeber sollen bei der Qualifizierung stärker mit ins Boot geholt werden, wünscht sich Haupt-Koopmann. So müssten im Programm „Späte Berufsstarter“ derzeit 90 Prozent der Teilnehmer außerbetrieblich ausgebildet werden, obwohl in diesem Jahr in den Unternehmen viele Ausbildungsplätze mangels Schulabgängern freigeblieben sind. Das Programm ermöglicht 25- bis 35-Jährigen ohne Berufsabschluss eine komplette Erwachsenen-Ausbildung (zwei statt drei Jahre).

Betriebliche Ausbildungsplätze für die Betroffenen wären natürlich besser, meinte Haupt-Koopmann. Das würde den Übergang in einen festen Job nach der Ausbildung erleichtern. Auch bei Langzeitpraktika, die als Vorbereitung auf eine Ausbildung dienen, wünsche sie sich ein größeres Interesse der Wirtschaft.

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