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AfD-Wahlkampfauftakt in Rostock : „Erstmals stärkste Fraktion“

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AfD-Bundesvorsitzende Frauke Petry beim Wahlkampfauftakt in Rostock. Mehr als 500 Gegendemonstranten

svz.de von
erstellt am 20.Jul.2016 | 20:42 Uhr

Mit schwerer Last war AfD-Bundessprecherin Frauke Petry heute nach Rostock gereist: Streit in der Parteispitze mit ihrem Co-Vorsitzenden  Jörg Meuthen und Parteivize Alexander Gauland, dazu eine Landtagsfraktion in Baden-Württemberg, die sich selbst zerlegt hat und zu keiner Einigung kommt und zuletzt sinkende Werte bei den Wahlumfragen. Doch zu diesem Berg von aktuellen Problemen sagte sie gestern Abend  in Rostock  kein Wort. Lächelnde Miene und ein luftiges blaues Sommerkleid statt kritischer Analyse und klarer Worte vor den Anhängern in der Hansestadt.

Gekommen war die AfD-Frontfrau, um  zusammen mit Spitzenkandidat Leif-Erik Holm den Wahlkampf für die Landtagswahl am 4. September zu eröffnen. Gleich zu Beginn ihrer Rede gab Petry das Ziel vor: „Die AfD in Mecklenburg-Vorpommern hat die schwere Aufgabe und die Chance, erstmals in einem deutschen Parlament die stärkste Fraktion zu stellen.“  Die Anhänger  klatschten Beifall.

Inhaltlich wiederholte Petry bekannte Positionen: Zuwanderung stoppen, Willkommenskultur für Kinder und nicht für Flüchtlinge, der Islam passe nicht zum Rechtsstaat, wir bräuchten eine deutsche Leitkultur, und  Patriotismus müsse Normalität in Deutschland werden. 

Nach Polizeiangaben vom späten Abend waren 530 Gäste zum AfD-Wahlkampfauftakt bei bestem Sommerwetter auf den Rostocker Bahnhofsplatz gekommen. Auf den Transparenten hieß es: „CDU ist das Problem, nicht die  Lösung“, „Lügenpresse“ oder „Die USA sind Kriegstreiber Nr.1“.

Die AfD-Gegner konnten nach Polizeiangaben ebenfalls knapp über  500 Demonstranten mobilisieren, die mit Sprechchören wie „Rassismus ist keine Alternative“ in Hörweite zur  AfD-Kundgebung ihrem Unmut Luft machten. Die Aktionen blieben auf beiden Seiten weitgehend friedlich. Ein störender Anhänger der AfD musste von Polizisten überwältigt und vorläufig festgenommen werden. Allerdings war das die Ausnahme. Mehrere Hundertschaften Polizei waren im Einsatz.

Leif-Erik Holm  spielte den Führungsstreit in der Bundespartei herunter: „Der Unterschied zwischen Frauke Petry und Jörg Meuthen besteht nur darin, dass sie gern nach  Rügen fährt und er auf dem Darß Urlaub macht.“

Zuletzt hatte die Spaltung der AfD-Fraktion in Baden-Württemberg für Spannungen in der   Parteiführung gesorgt. Grund war der Umgang mit dem Abgeordneten Wolfgang Gedeon gewesen, dem Antisemitismus vorgeworfen wird.

Holm sprach sich in seiner Rede für Volksabstimmungen aus. Parteien hätten zu viel Macht und dürften in Rundfunkräten keine Medien kontrollieren.

Im Gegensatz zum Bundestrend – Umfragen sehen die AfD dort zuletzt bei 11 Prozent – steigen die Werte des Landesverbandes  auf aktuell 19 Prozent. Die CDU würde mit 25 Prozent die meisten, die SPD mit 22 Prozent folgen, so eine Wahlumfrage im Auftrag unserer Zeitung, des Nordkurier und  der Ostseezeitung.

 

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