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Mecklenburg-Vorpommern

22. August 2017 | 05:43 Uhr

Rostock : Erstes Buch der Johnson-Ausgabe

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Uwe Johnson, der mehrere Jahre seines Lebens in Mecklenburg-Vorpommern verbrachte, erhält eine Werkausgabe. Die 43-teilige Sammlung ist ein Vorhaben der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften.

In Rostock ist das erste Buch der 43-bändigen Werkausgabe des Schriftstellers Uwe Johnson vorgestellt worden. Die gesamte Reihe solle in den kommenden rund 20 Jahren unter dem Namen „Rostocker Ausgabe“ veröffentlicht werden, sagte der Inhaber der Uwe-Johnson-Stiftungsprofessor an der Universität Rostock, Holger Helbig. Inhalt des ersten Buches ist Johnsons Erstling aus dem Jahr 1959 „Mutmassungen über Jacob“. Die Werkausgabe ist ein Vorhaben der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (BBAW), die solche Ausgaben für Schriftsteller von nationalem Interesse editiert.

Akademieausgaben gebe es etwa von Johann Wolfgang von Goethe, Friedrich Schiller oder auch Arthur Schnitzler. Johnson (1934-1984) sei der erste im 20. Jahrhundert geborene Autor, der eine Akademieausgabe bekommt, sagte Helbig.

„Mit der Werkausgabe kehrt das schriftstellerische Werk von Uwe Johnson in seine mecklenburgische Heimat zurück“, sagte Kulturstaatssekretär Sebastian Schröder (SPD). Er sei stolz, dass die Akademie der Wissenschaften die dazugehörige Arbeitsstelle an der Universität Rostock angesiedelt hat. Sie trage erheblich zur Profilbildung der Rostocker Geisteswissenschaften bei.„ Das Land unterstütze das Vorhaben bis 2037 mit insgesamt 3,6 Millionen Euro.

Der Bund stelle Mittel in gleicher Höhe zur Verfügung.

Wie Helbig sagte, werde die Veröffentlichung des Briefverkehrs Johnsons für erhebliche Überraschungen sorgen. Etwa die Hälfte der Werkausgabe würden Briefbände sein. “Da wird ein Stück deutsch-deutscher Kulturgeschichte editiert„, sagte Helbig. Darunter seien Briefwechsel mit seinen Studienfreunden aus Leipzig, mit denen Johnson bis zu seinem Lebensende geschrieben habe. Er habe auch eine rege Korrespondenz mit Max Frisch, Hans Magnus Enzensberger, Hannah Arendt oder Henry Kissinger betrieben. Johnson habe diese Briefe systematisch gesammelt und seine Briefe mit Durchschlag geschrieben.“Er hat große Teile seines Briefwechsels als Arbeit an der Literatur verstanden„, berichtete Helbig.

>> Suhrkamp - Johnson Werkausgabe im Internet

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erstellt am 19.Apr.2017 | 20:45 Uhr

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