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„inmode - elektromobil auf dem Land" : Erster Elektrobus über Land auf Tour

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Zwischen der Weißen Wiek und dem Priwall pendelt von heute an der erste Elektrobus Europas für Überlandstrecken. Mit dem Forschungsprojekt wird versucht, den Personennahverkehr im ländlichen Raum attraktiver zu machen.

svz.de von
erstellt am 08.Aug.2012 | 10:30 Uhr

Gross Schwansee | Zwischen der Weißen Wiek und dem Priwall pendelt von heute an der erste Elektrobus Europas für Überlandstrecken. Mit dem millionenschweren Forschungsprojekt "inmode - elektromobil auf dem Land" wird versucht, dem Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) im ländlichen Raum neue Attraktivität zu verleihen. Das Besondere: An den Haltestellen zwischen Boltenhagen und dem Priwall sind grün-weiße Boxen aufgestellt. Daraus können sich Fahrgäste per Chipkarte Elektroräder entleihen, um damit von der Haltestelle nach Hause in ihre Dörfer zu fahren. Dort stellen sie die Räder in ähnliche Boxen wieder hinein und können sie am nächsten Tag zur Fahrt zum Bus erneut nutzen.

Professor Udo Onnen-Weber von der Hochschule Wismar spricht von einem Exressbus, der mehrmals täglich zwischen Boltenhagen und dem Priwall auf der schnellsten Strecke verkehrt. Der Wissenschaftler hofft, dass nicht nur Urlauber, sondern auch Dorfbewohner und Berufspendler das Angebot nutzen. Auch Rollstuhlfahrer können mit dem Bus befördert werden.

Wer in den Bus einsteigt, wird mit einem etwa 450 000 Euro teuren Fahrzeug unterwegs sein. Es verfügt über 16 Sitz- und 35 Stehplätze und wird mit Ökostrom betrieben. Etwa alle 250 Kilometer muss der Bus an die Steckdose. "Wir sind die Ersten, die solch einen Bus in der Fläche ausprobieren und werden fünf Mal am Tag fahren - von 9 bis 19 Uhr. Bisher sind solche Busse immer nur im Stadtverkehr ausprobiert worden", sagt Stefan Lösel von den Grevesmühlener Busbetrieben.

Eine der Haltestellen ist das Schlossgut Groß Schwansee. Dessen Direktor Thilo Mühl erhofft sich von dem inmod-Projekt einen weiteren Innovationsschub für die Region. "Die Erweiterung der Mobilität für die Gäste ist ein weiterer Pluspunkt für unser Haus", sagte Direktor Mühl.

Auf neue Mobilitätskonzepte setzt auch Dr. Veith Steinle vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtplanung. Er sagte anlässlich der Inbetriebnahme des Elektrobusses in Groß Schwansee: "Wenn wir eine Energiewende schaffen wollen, muss auch im ländlichen Raum elektromobil gefahren werden." Das Bundesministerium fördert das inmod-Projekt mit 3,4 Millionen Euro. Weitere 1,5 Millionen Euro steuert das Land MV bei.

Mit dem Projekt inmod wollen die Forscher herausfinden, wie die Mobilität in ländlichen Regionen mit umweltschonender und moderner Elektromobilität verbessert werden kann. "Denn Entwicklungschancen hat der strukturschwache ländliche Raum nur mit gesicherter und verlässlicher Mobilität", so Professor Udo Onnen-Weber von der Hochschule Wismar.

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