Prozess in Schwerin : Erst Tankbetrug – dann Tränen vor Gericht

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Sieben Mal hat der junge Mann innerhalb weniger Wochen seinen Wagen vollgetankt und ist ohne zu bezahlen davon gefahren.

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18. März 2015, 08:00 Uhr

Sieben Mal hat der junge Mann innerhalb weniger Wochen seinen Wagen vollgetankt und ist ohne zu bezahlen davon gefahren. „Weil es beim ersten Mal so gut funktioniert hat“, habe er die Masche an Tankstellen in Schwerin, Wismar und einmal in Rostock immer wieder durchgezogen, versuchte der 21jährige gestern vor dem Landgericht Schwerin seine Taten zu erklären. Aus Langeweile sei er im Winter 2013 viel durch die Gegend gefahren. An einem Tag will er sogar zwei illegal beschaffte Tankfüllungen gebraucht haben. Insgesamt betrug der Schaden rund 450 Euro. Aufgehört habe er mit den Betrügereien, als er seine jetzige Freundin kennen lernte. Auf welche Art sie ihn davon abhielt, blieb vor Gericht offen.

Vollkommen geläutert war er offenbar nicht. Im Juni 2013 brach er in Schwerin-Lankow 18 Garagen auf. Als die offenbar von Nachbarn alarmierte Polizei eintraf, versuchte er vergeblich mit zwei kleinen Benzin-Kanistern zu flüchten. Etwas kleinlaut gab er vor der Strafkammer all diese Taten zu. Auch die nicht bezahlten Zigaretten, die er im Internet bestellt hatte und die Randale in einem Supermarkt. Ostereier und Toastbrotscheiben soll er, betrunken wie er war, durch die Gegend geworfen haben. Allerdings zweifelte der Vorsitzende Richter Armin Lessel, dass der Angeklagte seine Taten auch bedauert. Immer wieder hielt er ihm vor, bisher keinen Cent bei den geschädigten Tankstellenpächtern wieder gutgemacht zu haben – bis der junge Mann entweder aus Reue oder auch nur aus Selbstmitleid weinte. Das Amtsgericht Schwerin verurteilte ihn bereits zu 18 Monaten Jugendhaft auf Bewährung. Vor dem Landgericht landete der Fall, weil ihm im ersten Urteil auch eine Brandstiftung zur Last gelegt wird. In seinem Heimatort, einer Kleinstadt an der Ostsee, soll er zusammen mit einem Kumpel ein Auto angezündet haben. Das bestritt der 21-Jährige: „Ich bin doch kein Brandstifter.“ Der Prozess wird heute fortgesetzt.

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