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Bergungsarbeiten wurden eingestellt : „Erschöpft und unendlich traurig"

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Der größte Wunsch der Einsatzkräfte am Kap Arkona war es, der Mutter der getöteten Katharina die sterblichen Überreste der Tochter übergeben zu können. Ein Wunsch, der sich nicht erfüllen sollte.

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erstellt am 31.Jan.2012 | 02:37 Uhr

Kap Arkona | Der Gang über die Steilufertreppe am Kap Arkona auf der Insel Rügen war für die Einsatzkräfte am Sonntagnachmittag ein schwerer. Der größte Wunsch der Männer war es, der Mutter der getöteten Katharina die sterblichen Überreste der Tochter übergeben zu können. Ein Wunsch, der sich nicht erfüllen sollte.

"Wir sehen keine Chance, Katharina zu finden", erklärte Markus Zimmermann, Leiter des Amtes für Katastrophenschutz im Landkreis Vorpommern-Rügen, nach einem weiteren anstrengenden Tag ergebnisloser Suche. "Niemand kann sagen, wo sie sich befindet." Dies, so fügte er mit brüchiger Stimme an, sei eine besonders schwere Nachricht für die Angehörigen.

Bereits eine Stunde zuvor hatten sich Polizeiseelsorger Andreas Schorlemmer und Einsatzleiter Daniel Hartlieb auf den Weg zum rund 100 Kilometer entfernten Greifswalder Klinikum gemacht, um der Mutter die traurige Nachricht zu überbringen. Sie und Katharinas größere Schwester hatten den Küstenabbruch am zweiten Weihnachtsfeiertag, als sich mehrere tausend Tonnen Kreide und Mergel urplötzlich aus dem Hang lösten, mit Verletzungen überlebt.

Fast zwei Wochen lang hatten die Helfer von Feuerwehr und THW - in Spitzenzeiten mehr als 180 Einsatzkräfte - unterhalb des Küstenkliffs nach dem vermissten Mädchen gesucht. Als ob sich die Welt gegen die Helfer verschworen hatte, mussten die Arbeiten immer wieder unterbrochen werden. Erst wegen Sturm und Regen, dann wegen eines erneuten Küstenabbruchs. Am Samstag konnte ein neuer Bergungsversuch mit einem 30-Tonnen-Bagger gestartet werden, der auf einer Fläche von insgesamt rund 700 Quadratmetern Erdschicht für Erdschicht zum Teil bis in sieben Meter Tiefe abtrug.

Noch am Sonntagmittag hatte sich Einsatzleiter Hartlieb zuversichtlich gegeben. Erneut hatten Leichenspürhunde angeschlagen und den Männern Kraft gegeben. Doch bereits zu diesem Zeitpunkt räumte er ein: "Es ist die Suche nach der Nadel im Heuhaufen." Die Erschöpfung war den Männern ins Gesicht geschrieben. Stunde um Stunde, mit jeder Baggerschaufel Kreideschlamm, die an der Unglücksstelle unterhalb des 35 Meter hohen Kliffs abgetragen und durchsucht wurde, schwand die Hoffnung, das Mädchen unter den Geröllmassen zu finden. Polizeiseelsorger Andreas Schorlemmer wich den 15 Einsatzkräften den ganzen Tag über nicht von der Seite. "Wir sind alle erschöpft und unendlich traurig", sagte er am Nachmittag, kurz bevor er zur Mutter fuhr.

Am Steiluferabgang erinnern Blumen und Grablichter an das Unglück. Urlauber gehen schweigend am Kliffhang entlang. Auch in der 276 Einwohner zählenden Gemeinde Putgarten, zu der das Kap Arkona gehört, ist es ruhiger als sonst im Januar. "Ich denke nur an die Mutter, für die der Verlust ihres Kindes ganz schlimm sein muss", sagte Viktoria Schweigert vom Hotel "Zum Kap Arkona". Mit den Gästen des Hauses ist sie jetzt viel im Gespräch. Vielen seien die Gefahren an der Steilküste nicht bewusst. Doch sie ist überzeugt: Verbote nützen nichts. "Man kann nur reden, reden, reden."

Am schlimmsten ist für alle die Ungewissheit, wie die kleine Katharina zu Tode kam. "Für die Mutter muss das ganz schrecklich sein", sagte Peter Schmidt, der am Unglückstag als erster die Rettungskräfte alarmiert hatte. Er schließt nicht aus, dass das Mädchen unter dem Druck der tonnenschweren Gerölllawine ins Wasser gedrückt und abgetrieben sein könnte.

Katastrophenschützer Markus Zimmermann sagte, nach dem Abbruch der Suche werde weiter regelmäßig der Strand kontrolliert. Die Unglücksstelle bleibt für die nächsten Wochen gesperrt. Sie soll ein Ort der Ruhe sein.


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