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Tierwelt : Ernüchternde Storchenbilanz in MV

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

von
erstellt am 16.Apr.2014 | 20:38 Uhr

Was ist bloß mit den Störchen los? Ein Überblick über die Zahl der Tiere, der Horste und des Nachwuches in MV ist ernüchternd. Schlusslicht im Land: Nordwestmecklenburg. Mit 36 Brutpaaren auf einer Fläche von 2075 Quadratkilomtern habe der Nordwestkreis „die geringste Storchendichte in Mecklenburg-Vorpommern“, erklärt Ulf Bähker. Er ist in der Schweriner Nabu-Landesgeschäftsstelle für Naturschutz, Vögel, Freiwilligenkoordination zuständig und zugleich Storchenbeauftragter für den Landkreis. Im Nordwestkreis waren im Vorjahr gerade einmal 36 Horte besetzt, davon 23 mit Bruterfolg. „Unsere Lebensbedingungen geben es nicht her“, sagt Bähker. Als Ursachen führt er die „konventionelle Landwirtschaft mit ihrem großflächigen Anbau von Mais und Raps“ sowie die „Ausbringung von Chemikalien“ an. „Man sieht es jetzt wieder auf den Feldern: Gift wird versprüht ohne Ende.“

Zur Ursachenforschung gehört aber auch dieser Fakt: Nach dem Storchen-„Störungsjahr“ 2005, als nur noch 834 Tiere statt der zuvor 1142 (2004) gezählt wurden, hat sich die Population in MV nie wieder erholt. 2012 wurden landesweit 837 gezählt, im Vorjahr waren es 823. „Wir pendeln uns auf niedrigem Niveau ein , eine Bestandserholung ist überhaupt nicht zu sehen“, betont Bähker. Ein Störungsjahr käme „immer mal vor. Aber danach kommen normalerweise die Altstörche wieder. Doch bei uns fehlen seitdem 300. Die genauen Ursachen sind nicht bekannt.“

Einen Sonderfall gab es auf dem Reinstorfer Biohof. Dort wurde ein Nestflüchtling aufgepäppelt. Seine erste Zeit hatte er dabei bei den Ponys im Stall verbracht. Angelvereine aus Neukloster und Wismar übernahmen den Fischnachschub. Im September flog der Storch mit Artgenossen gen Süden. Laut Nabu-Mann Ulf Bähker war die Aktion nicht ganz legal. „Gefundene Tiere müssten in spezielle Pflege- und Aufzuchtstationen gebracht werden.“ In MV sei das der Storchenhof Papendorf bei Rostock. „Ansonsten bringt man das Fundtier nach Loburg in Sachsen-Anhalt. Dort gibt es bereits seit DDR-Zeiten einen Storchenhof plus Vogelschutzwarte“, so Bähker.


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