Verstoß gegen das Tierschutzgesetz? : Ermittlungen nach Ferkeltötung

Die unbegründete Tötung von Ferkeln  zieht staatsanwaltschaftliche Ermittlungen nach sich.
Die unbegründete Tötung von Ferkeln zieht staatsanwaltschaftliche Ermittlungen nach sich.

Staatsanwaltschaft vernimmt Geschäftsführer des Tierzuchtbetriebs Losten

svz.de von
18. Juli 2014, 21:05 Uhr

Wenige Tage nach einem Fernsehbericht über qualvolle Ferkeltötungen in Zuchtbetrieben hat die Staatsanwaltschaft Schwerin gegen die Geschäftsführer der Tierzucht Gut Losten GmbH & Co. KG ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Es bestehe der Verdacht auf Verstoß gegen das Tierschutzgesetz, teilte die Behörde gestern mit.

Die Kriminalpolizei habe am Donnerstag die Geschäftsräume der Firma durchsucht und zusammen mit Vertretern des Kreis-Veterinäramtes Nordwestmecklenburg Beweismittel sichergestellt. Dazu zählten Kadaver von Ferkeln, Mitarbeiterlisten, Arbeitsanweisungen und Belehrungen.

Den Firmenchefs wirft die Staatsanwaltschaft vor, Mitarbeiter angewiesen zu haben, Ferkel ohne vernünftigen Grund zu töten. Vom Unternehmen waren gestern keine Stellungnahmen zu erhalten. Eine Mitarbeiterin verwies auf die Staatsanwaltschaft.

Anlass zu den Ermittlungen habe die am Montag in der ARD-Sendung „Report Mainz“ ausgestrahlte Reportage „Deutschlands Ferkelfabriken“ gegeben. In dem Fernsehbeitrag sei zu sehen gewesen, „wie vermeintliche Mitarbeiter des Unternehmens überzählige Ferkel auf qualvolle Weise töteten“, heißt es in der Mitteilung der Staatsanwaltschaft. Gezeigt wurden Bilder aus mehreren Ställen in Deutschland, unter anderem auch aus dem Zuchtunternehmen Losten bei Wismar. Ferkel waren mit dem Kopf auf den Fußboden oder gegen die Kobenwand geschlagen und so getötet worden. Laut Staatsanwaltschaft können solche Verstöße gegen das Tierschutzgesetz mit Geld- oder Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet werden.

Nach Angaben des Agrarministeriums müssen nicht überlebensfähige Ferkel vor dem Töten betäubt werden. Unmittelbar nach Bekanntwerden der Vorwürfe gegen den Betrieb in Losten hatte das Ministerium den Generalstaatsanwalt in Rostock gebeten, die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens zu prüfen.

Landesbauernpräsident Rainer Tietböhl untermauerte in einem gestern veröffentlichten Brief an die Autoren des Beitrags seine Auffassung, dass Tierhalter, die ihre Tiere nicht ordnungsgemäß behandeln, zur Verantwortung gezogen werden müssten. Vergehen müssten deshalb auch öffentlich gemacht werden.Kritik äußerte Tietböhl aber daran, dass die Personen, die heimlich die Bilder in besagten Ställen machten, nicht sofort Anzeige erstattet hätten. „Worum geht es Ihnen eigentlich? Tatsächlich um das Wohl der Tiere, oder vielleicht um Einschaltquoten“, fragte Verbandschef Rainer Tietböhl.

Die Autoren sollten sich ein eigenes Bild von der Tierhaltung machen, anstatt auf illegales Bildmaterial von Tierschutzorganisationen zurückzugreifen. Der Deutsche Tierschutzbund sieht die Massentierhaltung als Grundursache des Tierleids.

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