Flüchtlingsunterkunft Trassenheide : Ermittlungen nach Brandanschlag

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Foto: Tilo Wallrodt

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16. November 2015, 12:11 Uhr

Nach dem mutmaßlichen Brandanschlag auf eine geplante Flüchtlingsunterkunft in Trassenheide auf der Insel Usedom hat die Polizei eine achtköpfige Ermittlergruppe gebildet. Geprüft werde, ob es einen Zusammenhang zwischen dem Angriff vor einem Monat und der mutmaßlichen Brandstiftung vom Wochenende gebe, sagte eine Polizeisprecherin am Montag in Neubrandenburg. Zudem würden Zeugen gesucht, die in der Nacht zum Sonntag auffällige Beobachtungen gemacht hätten.

In dem Verwaltungsgebäude einer ehemaligen Metallbaufirma sollten in dieser Woche 15 Flüchtlinge untergebracht werden. Der Brandursachenermittler geht nach erster Einschätzung von einer vorsätzlichen Brandstiftung aus. Nach dem Bekanntwerden der Pläne hatten Unbekannte bereits vor einem Monat zwei mit Brandbeschleuniger gefüllte Glasflaschen gegen das Gebäude geworfen. Täter wurden bislang nicht ermittelt.

Der Landkreis Vorpommern-Greifswald will sich bei der Suche nach weiteren Flüchtlingsunterkünften nicht durch die Brandanschläge beeindrucken lassen. „Es wird keine weißen Flecken geben. Die Immobilienlage lässt das nicht zu“, sagte ein Sprecher des Landkreises Vorpommern-Greifswald. In der vergangenen Woche seien 245 Flüchtlinge in den Kreis gekommen, allein an den ersten beiden Tagen dieser Woche würden 119 Flüchtlinge erwartet.

Auf Usedom gestaltet sich die Suche nach Flüchtlingsunterkünften besonders schwer. Der Bürgermeister von Heringsdorf, Lars Petersen (CDU), hatte mit Verweis auf die angespannte Wohnungslage den Festlandgemeinden Ausgleichszahlungen angeboten. Seit kurzem leben rund 20 Flüchtlinge in einer Rettungsschwimmerunterkunft in Heringsdorf.

Vier Männer schlagen nach Disko-Besuch auf syrischen Flüchtling ein

Vier Männer haben vor einer Diskothek in Stralsund mit Fäusten auf einen syrischen Flüchtling eingeschlagen. Der 27-Jährige, der zuvor den Club besucht hatte, erlitt dabei in der Nacht zum Sonntag Prellungen und Schürfwunden, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Die Polizei ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung und prüft auch politische Motive für die Tat.

Kurz nach dem Vorfall sei ein 28 Jahre alter Einheimischer als Verdächtiger ermittelt worden, sagte eine Polizeisprecherin am Montagmorgen in Neubrandenburg. Er sei noch nicht vernommen worden. Ob der Staatsschutz eingeschaltet werde, sei noch nicht entschieden.

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