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Mecklenburg-Vorpommern

20. Oktober 2017 | 20:12 Uhr

Fischsterben : Ermittlungen laufen noch

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Justiz untersucht weiter Fischsterben in der Peene - Zuckerfabrik Anklam dankt Helfern. Bei Touristikern herrschte im Vorfeld Skepsis über die Dankes-Veranstaltung.

svz.de von
erstellt am 28.Okt.2015 | 21:00 Uhr

Die Zuckerfabrik Anklam ist um Wiedergutmachung bemüht. Die Geschäftsleitung hat sich gestern Abend bei Helfern und Freiwilligen bedankt, die nach dem Austritt größerer Mengen Bioethanol vor knapp zwei Monaten mehrere Tonnen tote Fische aus der Peene gesammelt hatten. „Das Geschehene bedauern wir zutiefst und entschuldigen uns nochmals in aller Form“, sagte Geschäftsführer Matthias Sauer. Gefolgt waren der Einladung rund 50 Menschen.

Nach dem Fischsterben hat die Staatsanwaltschaft Neubrandenburg Ermittlungen wegen Gewässerverunreinigung gegen unbekannt eingeleitet. Zum Ermittlungsstand will sich die Behörde laut Oberstaatsanwalt Gerd Zeisler nicht äußern. Die Untersuchungen liefen noch. Insgesamt wurden drei Sachverständigengutachten angefertigt.

Auch zwei weitere Ermittlungsverfahren, die sich konkret gegen die Zuckerfabrik richten, seien noch nicht abgeschlossen. In einem Verfahren geht es um Abwässer in dafür möglicherweise nicht genehmigten Klärteichen. In dem anderen Verfahren dreht es sich um die möglicherweise illegale Einfuhr von Abfallprodukten aus der Verarbeitung von Bleicherden.

Nach Angaben von Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) wurden von den Behörden nach dem Massensterben 4,4 Tonnen toter Fisch entsorgt. Dazu kämen noch weitere Fische, die von freiwilligen Helfern eingesammelt wurden. Die Zuckerfabrik hatte eingeräumt,  dass aus der Anlage große Mengen Bioethanol über das Rohrsystem in die Regenentwässerung und in die Peene gelangt seien. Geprüft werden müsse, wie das Ethanol aus dem System in die öffentliche Entwässerung gelangen konnte und wer dafür verantwortlich sei. Dem Binnenfischereiverband hatte die Fabrik nach dem Umweltschaden einen Scheck von 3000 Euro als ersten Ausgleich überreicht.

Wie Sauer sagte, hat die Zuckerfabrik unabhängig von den staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen eine Überprüfung der bestehenden Sicherheitskonzeption eingeleitet und konkrete Veränderungen vorgenommen, damit sich ein solches Ereignis nicht wiederholen könne.

Skepsis über die Dankes-Veranstaltung herrschte im Vorfeld bei Touristikern: Viel wichtiger als ein gemeinsames Essen sei es, glaubhaft für Transparenz zu sorgen und deutlich zu machen, dass die Umweltstandards zu 100 Prozent eingehalten würden, sagte Antje Enke vom Netzwerk „Abenteuer Flusslandschaft“. Nach dem Ethanol-Austritt habe es ein Treffen mit dem Zuckerfabrik-Chef gegeben, auf dem die touristischen Anbieter entlang der Peene deutlich gemacht hätten, dass auch sie Nutzer des Flusses seien.

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