zur Navigation springen

Nach Randale bei FC Hansa - RB Leipzig : Ermittlungen gegen Polizisten

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Zwei Jahre nach Ausschreitungen beim Fußballspiel zwischen Hansa Rostock und RB Leipzig hat die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen zwei bislang nicht identifizierte Polizisten aufgenommen.

von
erstellt am 20.Mai.2016 | 20:55 Uhr

Zwei Jahre nach Ausschreitungen beim Fußballspiel zwischen dem FC Hansa Rostock und RB Leipzig hat die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen zwei bislang nicht identifizierte Polizisten aufgenommen. Einer der beiden steht im Verdacht, den Hansa-Fanbeauftragten Uwe S. absichtlich zu Boden gerempelt zu haben. Der andere Beamte hat unmittelbar danach Uwe S. möglicherweise in den Bauch getreten.

Der Sprecher der Rostocker Staatsanwaltschaft, Harald Nowack, bestätigte gestern, dass gegen die Polizisten wegen des Verdachts der Körperverletzung im Amt beziehungsweise wegen versuchter schwerer Körperverletzung ermittelt wird. Als Beweismittel liegt den Ermittlern seit wenigen Tagen ein privates Video aus dem April 2014 vor. Es zeigt, wie die Polizei im Umlauf des Stadions hinter den Tribünen in einer geschlossenen Formation nach vorne stürmt. Dabei verpasst ein Beamter Uwe S., der vorher noch zwischen Polizei und Fans zu vermitteln versucht hatte, einen Bodycheck. Eine weitere Szene soll den Fußtritt zeigen. Uwe S. wurde am Kopf verletzt.

Das Video war Anfang Mai am Landgericht Rostock am letzten Tag des Prozesses gegen einen Hansa-Fan gezeigt worden und sollte aus Sicht der Verteidigung die Aussage des Kriminologen Thomas Feltes untermauern. Feltes hatte über den Polizeieinsatz, bei dem Fans später Teile des Toilettentrakts auseinandernahmen, gesagt: „Es ist ein Lehrbeispiel, wie man es nicht tun sollte.“ Die Polizei habe unter anderem unnötiger Weise Pfefferspray gegen die Fans eingesetzt.

An einer Strafe für den Angeklagten änderte die Aussage Feltes´ nichts. Das Gericht verurteilte den 33-Jährigen wegen mehrerer Steinwürfe auf Polizisten zu vier Jahren und fünf Monaten Gefängnis. Die Verteidigung hat das Urteil angefochten.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen