zur Navigation springen

Vorwurf des Landfriedensbruchs : Ermittlungen gegen Freund von Drygalla

vom

Die Rostocker Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den ehemaligen Neonazi Michael Fischer, dem Lebensgefährten der Ruderin Nadja Drygalla, wegen des Verdachts des besonders schweren Landfriedensbruchs, so die "Welt".

svz.de von
erstellt am 09.Aug.2012 | 08:27 Uhr

Rostock | Die Rostocker Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den ehemaligen Neonazi Michael Fischer, dem Lebensgefährten der Ruderin Nadja Drygalla, wegen des Verdachts des besonders schweren Landfriedensbruchs. Eine Sprecherin der Behörde bestätigte einen entsprechenden Bericht der "Welt". Dem 24-jährigen Fischer sowie zwölf weiteren Personen werde vorgeworfen, im Februar eine Gedenkkundgebung für ein Mordopfer der Zwickauer Terrorzelle gestört zu haben.

Die mehrheitlich Vermummten sollen damals der Polizei, die die Veranstaltung absicherten, mit Knüppeln und Eisenstangen bedrohlich gegenübergetreten sein. Dann sei eine Eisenstange geworfen worden, die einen Polizisten am Knie verletzt habe, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Teilnehmer der Gedenkveranstaltung seien nicht angegriffen worden. Im Falle einer Verurteilung droht den Beschuldigten eine Freiheitsstrafe.

Drygalla hatte das Olympische Dorf in London in der vergangenen Woche verlassen, nachdem ihre Beziehung zu einem früheren NPD-Direktkandidaten bekannt geworden war.

Der Streit im Ruderverband über die Informationspannen im Fall Drygalla hatte sich in den letzten Tagen zugespitzt. So hatte der Landesverband Mecklenburg-Vorpommern bekannt gegeben, dass er den Deutschen Ruderverband (DRV) frühzeitig über das rechtsradikale Umfeld der Athletin in Kenntnis gesetzt habe - was dieser bislang immer bestritten hat. "Ich habe während der Kleinbootüberprüfung des Deutschen Ruderverbandes im April 2012 das Gespräch mit dem DRV-Sportdirektor Mario Woldt gesucht, um mit ihm die soziale Situation Nadja Drygallas zu erörtern. Dabei habe ich auch über die Hintergründe für deren Ausscheiden aus der Sportfördergruppe der Landespolizei Mecklenburg-Vorpommern gesprochen", sagte MV-Landesruderchef Hans Sennewald.

Woldt indes hatte betont, dass der Verband nicht frühzeitig informiert worden sei. Verärgert reagierte Verbandschef Siegfried Kaidel auf den internen Streit. "Das Hin- und Herschieben des Schwarzen Peter bringt doch nichts", sagte Kaidel. Alle Beteiligten sollten sich endlich besinnen und miteinander sprechen, sagte der DRV-Präsident. Kaidel scheint eher auf der Seite seines Sportdirektors zu stehen, der Version Sennewalds konnte er nicht viel abgewinnnen. "Wenn jemand so ein wichtiges Anliegen hat, dann muss er auch das Präsidium des DRV unterrichten", sagte der Verbandschef, der generell aber die Politik kritisierte. "Wenn so ein Fall vorliegt, muss der Verfassungsschutz des Landes die entsprechenden Stellen informieren".

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen