Hausfriedensbruch : Ermittlungen gegen Besetzer

Das zuvor besetzte Haus „Brinke 16/17“ in Greifswald. Der Eigentümer ließ einen Teil des Hauses abreißen.
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Das zuvor besetzte Haus „Brinke 16/17“ in Greifswald. Der Eigentümer ließ einen Teil des Hauses abreißen.

Nach Haus-Räumung: Linksabgeordnete stellt sich hinter Besetzer

Nach der Räumung eines besetzten Hauses in Greifswald wird gegen alle zehn Besetzer wegen Hausfriedensbruchs ermittelt. Die sechs Frauen und vier Männer seien noch am Donnerstagabend aus dem Gewahrsam entlassen worden, teilte die Polizei gestern mit. Die Polizei hatte am Donnerstag mit rund 200 Beamten das Haus geräumt, das seit Ende September besetzt war. Der Konfettiregen von drei Besetzerinnen auf dem Dach und die etwa 50 Unterstützer konnten die Beamten nicht von ihrem Einsatz abhalten. Zwei Stunden nach der Räumung begann der Eigentümer mit dem Teilabriss. 

Die Greifswalder Landtagsabgeordnete Mignon Schwenke (Linke) stellte sich hinter die Besetzer. „Ich danke den BesetzerInnen und der Initiative für ihr Engagement für eine progressive Entwicklung der Stadt“, teilte Schwenke gestern mit. Die Stadt brauche mehr sozio-kulturelle Orte, an denen sich Menschen austauschen könnten.

Der hintere Teil des Hauses ist abgerissen, im Obergeschoss fehlen die Fenster. Hubert Ende, Betreiber des Bioladens „Sonnenmichel“, kündigte gestern an, den Laden weiter geöffnet zu halten. Ihm droht nach einem Gerichtsurteil vom 23. Oktober eine baldige Räumung.

Die Bürgerinitiative „Brinke 16/17 erhalten“ will ihre Mahnwache fortsetzen, wie ein Sprecher sagte.

Gegen zwei Besetzer ermittelt die Polizei neben des Hausfriedensbruchs auch wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte. Gegen einen Teilnehmer der Mahnwache sei Anzeige wegen des Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz aufgenommen worden. Der Mann trug ein Cuttermesser bei sich. 
 

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