Verdacht der Untreue : Ermittlungen bei Arbeiterwohlfahrt ausgeweitet

Verfahren gegen den ehemaligen Kreisgeschäftsführer sowie den Kreisverbandsvorsitzenden eröffnet

svz.de von
02. August 2016, 14:11 Uhr

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen den Kreisverband Müritz der Arbeiterwohlfahrt (Awo) sind ausgeweitet worden. „Wir haben getrennte Ermittlungsverfahren wegen Verdachts der Untreue gegen den ehemaligen Kreisgeschäftsführer sowie den Kreisverbandsvorsitzenden eingeleitet“, sagte ein Sprecher der Behörde am Dienstag in Neubrandenburg. Derzeit würden Unterlagen geprüft. Der Vorsitzende, der ehemalige SPD-Bundestagsabgeordnete Götz-Peter Lohmann, war auch Vize-Landesverbandschef und hatte seine Ämter auf Anraten des Landesverbandes am Wochenende niedergelegt.

Ihm wird vorgeworfen, in neun Jahren über eine Tochtergesellschaft rund 700 000 Euro bekommen zu haben, ohne abrechenbare Leistungen erbracht zu haben. Der abberufene Geschäftsführer soll damals am Kreisvorstand vorbei einen Vertrag mit Lohmann geschlossen haben. Wie der „Nordkurier“ am Dienstag berichtete, sollen die Untreue-Vorwürfe dem Kreisvorstand seit Januar 2016 bekannt sein. Der langjährige Geschäftsführer sei nach Auseinandersetzungen im Vorstand aber erst im Juni 2016 vorzeitig abberufen worden.

Der Awo-Landesverband hat eine Neustrelitzer Anwaltskanzlei mit der Untersuchung der Vorgänge beauftragt. Ihr Bericht soll Mitte August vorliegen. Vorher wolle man sich nicht äußern, hieß es. Der Landesvorsitzende der Awo, der Warener SPD-Landtagsabgeordnete Rudolf Borchert, war Vorgänger von Lohmann als Kreisverbandschef.

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