Feuer bei Nazi-Gegnern in Jamel : Ermittler finden Brandbeschleuniger

Die 240 Quadratmeter große Scheune auf dem Forsthof der Lohmeyers ist komplett abgebrannt. Die Polizei ermittelt wegen vorsätzlicher Brandstiftung.
Die 240 Quadratmeter große Scheune auf dem Forsthof der Lohmeyers ist komplett abgebrannt. Die Polizei ermittelt wegen vorsätzlicher Brandstiftung.

Nun ist es offiziell: Das Feuer auf dem Grundstück des Ehepaar Lohmeyer wurde vorsätzlich gelegt. Das Internationale Auschwitz Komitee fordert, der Generalbundesanwalt solle die Ermittlungen übernehmen.

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14. August 2015, 13:28 Uhr

Nach dem Brand auf dem Hof der Nazi-Gegner Birgit und Horst Lohmeyer in Jamel bei Wismar hat die Staatsanwaltschaft für Hinweise eine Belohnung ausgesetzt. Das teilte der Sprecher der Behörde in Schwerin, Stefan Urbanek, mit. In den Resten der niedergebrannten Scheune hatten die Ermittler Spuren von Brandbeschleuniger gefunden. Damit stehe fest, dass das Feuer vorsätzlich gelegt wurde, so Urbanek. Wer dafür verantwortlich zu machen ist, sei noch unklar. „Wir ermitteln immer noch gegen unbekannt.“ In der Nacht zum Donnerstag war die Scheune, die unmittelbar neben dem Wohnhaus der Lohmeyers steht, abgebrannt. Feriengäste, die zu dem Zeitpunkt Sternschnuppen beobachten wollten, hatten nach Angaben des Paars eine Person gesehen, die zügig das Grundstück verließ.

Allgemein wird von einem rechtsextremistischen Hintergrund der Tat ausgegangen. Das Dörfchen Jamel wird von einer Gruppe Rechter dominiert, die sich dort angesiedelt hat. Die Lohmeyers, die für ihr Engagement wiederholt Auszeichnungen erhalten haben, wurden in den vergangenen Jahren wiederholt von ihnen schikaniert. Urbanek zufolge wurden alle Nachbarn inzwischen zur Brandnacht befragt. Zum Inhalt ihrer Aussagen wollte er sich nicht äußern. Sie würden jetzt ausgewertet.

Das Internationale Auschwitz Komitee forderte, der Generalbundesanwalt möge die Ermittlungen an sich ziehen. „Was in Jamel geschieht, hat für Deutschland und für die Strategie der Rechtsextremen exemplarische Bedeutung“, sagte der Exekutiv-Vizepräsident des Komitees, Christoph Heubner. In Jamel sei von Nazis durch Hass und Terror ein rechtsfreier Raum geschaffen worden, der in der rechtsextremen Szene in Deutschland und Europa als leuchtendes Beispiel bejubelt werde.

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