Projekt „Hicare“ : Erfolgreiche Patiententests auf Klinikkeime

svz.de von
25. November 2014, 07:23 Uhr

Vier Jahre nach dem Start des Projektes „Hicare“ gegen Klinikkeime in MV haben die Beteiligten eine positive Bilanz gezogen. „Das Bewusstsein für das Problem der multiresistenten Keime und für die Bedeutung der Hygiene hat in den beteiligten Kliniken stark zugenommen“, sagte der Epidemiologe Wolfgang Hofmann von der Universität Greifswald gestern am Rande eines Symposiums zum Abschluss von „Hicare“.

So würden Patienten bei der Aufnahme mithilfe eines Formblattes systematisch befragt, ob sie ein erhöhtes Risiko haben, Keimträger zu sein. Zu den Risikofaktoren gehörten der Aufenthalt in einem Pflegeheim oder einer Reha-Klinik sowie der Umgang mit Tieren in der Landwirtschaft, sagte Hofmann. Wer ein erhöhtes Risiko aufweise, werde getestet. Fällt der Test positiv aus, würden die bei Gesunden zumeist in der Nase sitzenden Keime mittels einer antibakteriellen Salbe beseitigt. „Die Sanierung funktioniert in den meisten Fällen gut. Wie lange sie vorhält, untersuchen wir noch“, sagte Hofmann. Mehrere tausend Patienten seien bisher einbezogen worden.

Offiziell ist das Projekt „Hicare“ jetzt ausgelaufen. Noch seien aber Fördergelder vorhanden, die ins nächste Jahr mitgenommen werden könnten. So laufe das Projekt bis Ende 2015 weiter. Bei „Hicare“ haben sich Forscher, Unternehmen und Pflegemitarbeiter in vier Projektfeldern mit der Bekämpfung multiresistenter Keime beschäftigt. So werde z.B. in Rostock an antibakteriellen Beschichtungen für Implantate geforscht.

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