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„Höhle der Löwen“ : Erfolgreich mit „RosyRoots“

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Nach der TV-Sendung „Die Höhle der Löwen“ stehen bei den Unternehmern des „Saft-Ladens Kale&Me“ die Telefone nicht mehr still

von
erstellt am 07.Sep.2016 | 21:00 Uhr

Vor knapp einer Woche veränderte sich für Annemarie Heyl, Konstantin Timm und David Vinnitski einfach alles. Vergangenen Dienstag trat das Trio in der Fernsehsendung „Die Höhle der Löwen“ auf. Eigentlich wollten sie die Unternehmer überzeugen, 200 000 Euro in ihren „Saft-Laden“ „Kale&Me“ (zu Deutsch: „Grünkohl und ich“) zu investieren. Im Gegenzug boten sie acht Prozent Unternehmensanteile an. Obwohl die „Löwen“ von dem Geschmack der Säfte überzeugt waren, lehnten sie eine Beteiligung an dem Hamburger Start-up ab.

Gelohnt habe sich der Auftritt dennoch, sagt der gebürtige Schweriner David Vinnitski: „Die Telefone stehen nicht mehr still.“ Bereits am Abend der TV-Ausstrahlung war die Website des Unternehmens phasenweise überlastet. „Wir hatten uns vorbereitet, unsere Internetseite so gebaut, dass sie gleichzeitig viele Nutzer aushalten kann. Aber mit so einem Ansturm haben wir dann doch nicht gerechnet“, so der 24-Jährige. Normalerweise seien 100 bis 200 Leute gleichzeitig auf der Homepage von „Kale&Me“, an diesem Abend seien es 100 000 gewesen. „Das hält kein Shop richtig aus“, weiß Online-Marketing-Experte Vinnitski. Gleichzeitig hätte sich die Zahl telefonischer Bestellungen vervielfacht – von maximal 60 am Tag auf 5000. „Kaltgepresste Säfte sind ein junger Trend in Deutschland. Dort liegt immer noch ein Riesen-Potenzial.“ Die Jungunternehmer arbeiten komplett ohne Zusatzstoffe, das bedeutet, die Säfte werden weder verdünnt, noch wird ihnen künstlicher Zucker zugesetzt. Die Haltbarkeit wird nicht mit Hitzepastorisierung, sondern via Hochdruck erzeugt. „Ab 42 Grad sterben die Vitamine und Nährstoffe ab. Bei uns werden die Säfte mit bis zu 6000 Bar behandelt. Die Keime werden zerquetscht und eine frühzeitige Gärung vermieden“, erläutert Vinnitski das Prinzip.

Bisher besteht das Angebot von „Kale&Me“ aus sieben Säften. Sie haben exotische Namen, heißen „RosyRoots“ (Rote Beete Saft) oder „Al Avoca“ (versetzt mit Avocado). Die Säfte sind nummeriert und lassen sich für eine Kur einsetzen. „Weil es schwer ist, Säfte in Deutschland zu vertreiben, sind wir mit einem Konzept gestartet. Die Leute kauften zunächst also das Konzept und nicht die Säfte“, verrät der Schweriner. In Zusammenarbeit mit Ernährungsexperten sei die Idee entstanden, die Saftkuren anzubieten. Drei oder fünf Tage lang werden anstelle von fester Nahrung nur noch die Säfte konsumiert. Dabei soll der Körper entgiften.

Geliefert werden die Säfte in einer Strohbox. Zudem bekommt jeder Kunde eine handgeschriebene Karte mitgeliefert. Seit „Die Höhle der Löwen“ bietet das Start-up die Säfte auch im Abo an. „Jeder kann sich seine Saft-Favoriten selbst zusammenstellen.“ Bis zu 17 000 Flaschen kann das Unternehmen am Tag produzieren. Dafür arbeiten die Gründer mit einer Mosterei in der Lüneburger Heide zusammen. 150 000 Flaschen sind derzeit vorbestellt. Wer momentan eine Saft-Box kauft, müsse mit der Lieferung bis Ende September warten.

Bisher haben die Jungunternehmer von „Kale&Me“ vor allem auf das Online-Geschäft gesetzt. Nun wollen sie auch offline gehen. Gespräche mit Supermarktriesen wie Edeka und Rewe laufen. Gleichzeitig denkt das Gründer-Trio darüber nach, die Produktpalette zu erweitern. „Zum Beispiel bleibt bei der Produktion des Dattel-Mandelmilch-Saftes ein Trockengemisch übrig, das für einen Riegel verwendet werden kann.“

Seit September 2015 hat das Unternehmen ein Büro in St. Pauli. Mittlerweile gibt es neun Angestellte. In seine Heimat Schwerin kommt David Vinnitski dennoch immer wieder gern. Dort leben seine Eltern, dort könne er ausspannen.

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