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Bündnis 90/Die Grünen fordert erneut Verkauf : Erfolglose Hubschrauber-Polizisten

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Die Landespolizei MVs hat in den vergangenen beiden Jahren 250-mal einen ihrer beiden Hubschrauber eingesetzt, um Vermisste zu suchen. Allerdings wurden die Gesuchten in weniger als zehn Prozent der Fälle auch gefunden.

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erstellt am 15.Aug.2012 | 09:26 Uhr

Schwerin | Die Landespolizei Mecklenburg-Vorpommerns hat in den vergangenen beiden Jahren 250-mal einen ihrer beiden Hubschrauber eingesetzt, um Vermisste zu suchen. Allerdings wurden die Gesuchten in weniger als zehn Prozent der Fälle auch gefunden. Als Fahndungshilfen waren die Hubschrauberpolizisten noch erfolgloser. Nur bei zwei der insgesamt 73 Einsätze wurden offenbar mutmaßliche Täter aus der Luft gesichtet. Das geht aus der Antwort der Landesregierung zu einer Anfrage des Landtagsabgeordneten Johannes Saalfeld (Grüne) hervor.

Während Innenminister Lorenz Caffier (CDU) die Hubschrauberstaffel insbesondere wegen der "Erfolge" bei der Suche nach hilf- und orientierungslosen Personen dennoch weiterhin für "unverzichtbar" hält, sieht sich Saalfeld in seiner im Frühjahr geäußerten Kritik an der Hubschrauberstaffel bestätigt. Er würde die in Laage stationierten Polizeihubschrauber verkaufen und die notwendigen Einsätze durch Kooperationen mit anderen Landespolizeien oder Hilfs- und Rettungsdiensten abdecken. Zehn Millionen Euro könnte das Land in den nächsten zehn Jahren sparen, behauptet der Grünen-Politiker. Die Mehrheit des Landetags tat diese Ideen im Juni als "wirklichkeitsfremd" ab.

Kooperationen seien geprüft und für unmöglich befunden worden, so das Innenministerium. Die Anflugstrecken nach Mecklenburg-Vorpommern seien für auswärtige Hubschrauber zu weit, und kaum jemand verfüge über Hubschrauber, die auch über See fliegen können. Saalfeld rät, diese Argumente neu zu überdenken. Schließlich habe das Ministerium offenbar 1994 zum letzten Mal Kooperationsmöglichkeiten geprüft.

"Ohne Leistungen für die Bevölkerung einzuschränken, kann der Einsatz von Hubschraubern besser organisiert werden", so der Grünen-Politiker. Zumal mehr als 40 Prozent der Flüge angeblich nur für Aufklärungs- und Dokumentationszwecke unternommen werden. Außerdem, so Saalfeld, gebe es in Mecklenburg-Vorpommern gerade für die Rettung von Menschen eine "hohe Dichte" an Hubschraubern. Zudem gehöre die Rettung von Menschen auch nicht zu den Aufgaben der Polizei. Die Landespolizei führt 21 Flüge als Rettungseinsätze in ihrer Statistik für 2010 und 2011. Das sind weniger als zwei Prozent der insgesamt knapp 1300 Flüge, die die beiden landeseigenen Polizeihubschrauber absolviert haben. Wenn sie mit Wärmebildkameras nachgerüstet würden, könnten auch andere Helikopter nach Vermissten suchen und Rettungseinsätze übernehmen, glaubt Saalfeld.

58-mal sind in den Jahren 2010 und 2011 die Polizeihubschrauber gestartet, um Personen zu transportieren - am 26. Dezember 2010 sogar zwölfmal. In diese Rubrik werden unter anderem die Flüge von Einsatzkräften, Zeugen im Zeugenschutzprogramm oder auch von Polizeihunden summiert. Sechsmal handelte es sich bei der transportierten Person um Innenminister Caffier. Dies sei laut einer Verwaltungsvorschrift zur "Unterstützung dringender Dienstgeschäfte" zulässig, so eine Ministeriumssprecherin auf Anfrage.

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