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SSC verliert Hauptangreiferin : Erfolg mit bitterem Beigeschmack

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Einen Dreisatz-Erfolg eingefahren, von Platz sieben auf Rang vier der ersten Bundesliga geklettert - dennoch kehrte der SSC am Samstag mit gemischten Gefühlen zurück. Denn die Schweriner ließen Saskia Hippe zurück.

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erstellt am 03.Nov.2013 | 07:18 Uhr

Berlin | Einen Dreisatz-Erfolg eingefahren, von Platz sieben auf Rang vier der ersten Bundesliga geklettert - dennoch kehrte der Volleyball-Meister Schweriner SC am Samstag mit äußerst gemischten Gefühlen aus der Hauptstadt zurück. Denn die Mecklenburgerinnen ließen nach dem 3:0 (25, 22, 16) im Gastspiel beim Köpenicker SC Saskia Hippe zurück. Die Spielführerin übernachtete bei ihren Eltern und wird sich heute in Berlin einer Kernspin-Untersuchung unterziehen. Danach wird man wissen, welcher Art die Verletzung der 22-jährigen Nationalspielerin ist. Ob es - wie befürchtet - ein Kreuzbandriss im Knie ist oder "nur" eine Blessur der Patellasehne?

Dann lässt sich auch absehen, wie lange die Neu-Schwerinerin ihrer Mannschaft fehlen wird. Ob zwei Wochen oder mehrere Monate. So oder so - es bleibt nach der Schulter-OP der Mittelblockerin Anja Brandt, die bis ins Frühjahr pausieren muss, auf jeden Fall ein weiterer Rückschlag beim Bemühen, unter der Leitung des neuen Cheftrainers Felix Koslowski mit einer Neuformation an die Glanztaten der Vorsaison anknüpfen zu wollen.

Passiert war das Malheur vor 573 Zuschauern im ersten Satz beim Stand von 11:9 aus Schweriner Sicht. Saskia Hippe stieg hoch und zog den Schmetterball kraftvoll zum 12:9 durch. "Sie ist dann nur auf einem Fuß gelandet und weggerutscht", schilderte Libero Janine Völker die Situation. Die Angreiferin, die in Köpenick ihre Karriere begonnen hatte und mit 15 eine der jüngsten Bundesliga-Spielerin geworden war, blieb liegen. Weinte hörbar. Dr. Oliver Miltner, Arzt des Männer-Meister BR Volleys, und andere kümmerten sich. Die jüngere Schwester Laura sowie die Mutter eilten hinzu, trugen die Verletzte in die Kabine.

Im Spiel wirkte sich die "emotionale Ausnahmesituation" (Trainer Koslowski) mit der typischen Schock-Verzögerung aus. Mit der eingewechselten Finnin Pauliina Vilponen konnte der SSC zunächst auf 20:12 wegziehen. Da zahlten sich Block- und Angriffsvorteile der Schwerinerinnen gegen das ebenfalls verjüngte und drastisch veränderte Aufgebot des Kiezklubs aus. Dann aber ließ der Gast nach. Köpenick, in deren Reihen auch die als beste KSC-Akteurin ausgezeichnete Ex-Schwerinerin Hanne Haugen Aas steht, erzwang mit vollem Risiko bei Aufgaben und einer engagierten Feldabwehr den 23:23-Ausgleich. Dass ein Satzball der Gastgeber danach abgewehrt und der Durchgang schließlich 27:25 gewonnen wurde, hat Schwerin vor allem Lousiane Souza Ziegler zu verdanken. Die Brasilianerin hatte mit Abstand die meisten Punkte (26) verbucht und wurde als wertvollste Spielerin des Siegers ausgezeichnet.

Im zweiten Abschnitt wehrte sich Köpenick, seit 2005 im Oberhaus und zu Hause sich immer mal als Favoritenschreck (u. a. drei Erfolge über Schwerin) präsentierend, abermals nach Kräften (22:25). Und erst nach einem letzten Versuch des Widerstands (8:6-Zwischenstand) im dritten Satz wurden die Kräfteverhältnisse (16:25) akzeptiert.

Da war Saskia Hippe mit getaptem Knie in die Halle zurückgekehrt, was sich offenbar befreiend auf die Aktionen ihrer Kolleginnen auswirkte. Nach dem Schlusspfiff eilten sie heran, spendeten Trost. Das tat auch Benedikt Frank. Der neue KSC-Trainer meinte zum sportlichen Teil: "Schade, wir waren nahe am Satzgewinn dran und haben gut gegen gehalten. Schwerin hat auch Fehler gemacht, aber nicht solche schwerwiegenden wie wir. Aber Spaß hat es trotzdem gemacht. Unser Ziel sind die Play-offs."

Damit darf Schwerins Bankchef natürlich nicht zufrieden sein. Er sei stolz und froh, so Felix Koslowski, wie seine Schützlinge auf den Ausfall ihrer Hauptangreiferin reagiert haben. Er lobte den mannschaftlichen Zusammenhalt, den Einsatz der Finnin Vilponen oder der Wechselspielerinnen Carina Aulen brock und Ivana Isailovic.

Was die Aussichten oder die nächsten Wochen angeht, da blieb Koslowski zurückhaltend. Er hoffe natürlich, "dass Saskia Hippe möglichst bald wieder zur Verfügung steht. Dann, werden wir überlegen, wie wir einen Weg finden, die Mannschaft weiter voran zu bringen und erfolgreich zu bleiben." Am Mittwoch folgt die nächste Bewährungsprobe mit dem Pokalspiel in Wiesbaden.

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