Erfolg: Dechow ist schönstes Dorf

Freuen sich auf die Titel-Feier im allen Akteuren im Dorf: Christine Schulz, Jürgen Haupt und Gert Schulz.volker bohlmann
Freuen sich auf die Titel-Feier im allen Akteuren im Dorf: Christine Schulz, Jürgen Haupt und Gert Schulz.volker bohlmann

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24. September 2012, 07:10 Uhr

Dechow/Schwerin | 200 Einwohner, ländliche Idylle in hügeliger Landschaft, intaktes Kulturleben mit regionalen und internationalen Stars, ein See vor der Haustür und eine gläserne Bio-Molkerei, die für die wirtschaftliche Zukunft der Gemeinde steht - Dechow ist bestens gerüstet und hat gestern den Landeswettbewerb von MV "Unser Dorf soll schöner werden - Unser Dorf hat Zukunft" gewonnen. Erst am Wochenende besichtigte die Landesbewertungs-Kommission den Ort, schaute hinter die Kulissen und vor allem sich in Dechow um.

Knapp 40 Stunden später: Christine und Gert Schulz, die die Kommission begleiteten, klicken sich mit der Computermaus durch die Infoseiten des Landwirtschaftsministeriums und sind erfreut: "Wir haben gewonnen", sagt ein durchaus stolzer Gert Schulz. Für ihn ein besonderer Erfolg, denn gemeinsam mit seiner Frau hat er sich um den Erhalt und Wiederaufbau alter Bausubstanz einen Namen gemacht.

Bürgermeister Jürgen Haupt ist zu dieser Stunde noch uninformiert. Er tourt mit seinem Wagen zum Amt nach Rehna, Dienstbesprechung, wie jeden Montag. Doch dieser Montag im Amt weicht ab: "Kaffee, Glückwünsche, Telefonate und Presseanfragen - volles Programm", meint Haupt. Er startet durch, fährt zurück nach Dechow.

Mit dem Titelgewinn vor der Gemeinde Warlow im Landkreis Ludwigslust-Parchim und Grieben in Nordwestmecklenburg haben die Dechower nun ein wichtiges Etappenziel erreicht. Zurecht, meint die Jury: "Die Gemeinde Dechow hat durch den konsequenten Umgang mit der historischen Bausubstanz überzeugt und sich gleichzeitig der Gegenwart geöffnet. Mit der Ansiedlung der gläsernen Bio-Molkerei ist es der Kommune gelungen, eine Symbiose zwischen wirtschaftlichen, ökologischen und touristischen Interessen zu schaffen."

Die Symbiose mit der neuen Bio-Molkerei trägt wenige Monate nach der Inbetriebnahme längst Früchte. Ein Telefonat reicht und die Geschäftsführer Hubert Böhmann und Peter Knopp nehmen sich Zeit für ein Glas Biomilch, stoßen mit Christine Schulz und Jürgen Haupt auf den Erfolg an. Mit 45 Mitarbeitern ist die Molkerei ein wichtiges Aushängeschild, nicht allein für Dechow. Die Region mit dem Biosphärenreservat Schaalsee und MV haben mit dem intakten Dorf, Bio-Molkerei und Titel eine vortreffliche Ausgangsbasis für eine Teilnahme am Bundeswettbewerb. "Der jetzige Titelgewinn ist bedeutend und wird neue Besucher in die Region bringen", sagt Knopp. Schon heute sei die Bio-Molkerei mit Regionalwarengeschäft, Café und Bistro ein Anziehungspunkt für Touristen und Einhei mische. "Irgendwie sind wir auch der kleine Tante-Emma-Laden", meint Knopp.

Seit 2004 engagiert sich die 200-Seelengemeinde bei Wettbewerben. Sie landete immer auf dem zweiten Rang, erhielt auf Bundesebene eine Silberplakette und 2008 Silber beim EU-Wettbewerb. Entscheidend sei, dass man weiter mache, die Wettbewerbsergebnisse als Auftrag versteht, meint der Gemeindechef. Den Bürgern in Dechow sei das bewusst. Sie engagieren sich täglich für ein kulturvolles Miteinander.

Mit dem Wettbewerbsgewinn steht die nächste Aufgabe an: die Organisation der Titelfeier im Dorfgemeinschaftshaus.

Die Warlower (2. Platz) im Landkreis Ludwigslust-Parchim überzeugten die Jury mit einem kompakt ausgebildeten Gemeindezentrum. Dazu zählen Kindertagesstätte, Gemeinschaftshaus, Feuerwehr und Sportstätten; harmonisch eingebettet in die Landschaft, so die Jury.

Grieben als drittplatzierte Gemeinde nördlich von Rehna "besitzt eine besonders erhaltenswerte Ortsstruktur und Bausubstanz, die in Dimension und Ausprägung einmalig sind im Land.

Gleichwohl gilt für alle teilnehmenden Gemeinden, "dass sie von hoch motivierten Dorfgemeinschaften geprägt sind, die sich für das Gemeinwohl und die Zukunftsfähigkeit der Dörfer einsetzen", so Landwirtschaftsminister Till Backhaus in einer ersten Stellungnahme zum Juryergebnis.

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