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Medien-Rummel zur Landtagswahl : Er ist Herr der weißen Zeltstadt

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Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Zur Landtagswahl hat sich in Schwerin ein Großaufgebot von Medienvertretern angesammelt. Jörg Bößendörfer hat die Technik im Blick

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erstellt am 03.Sep.2016 | 07:25 Uhr

Selten ist auf dem Alten Garten in der Landeshauptstadt so viel Trubel wie dieser Tage. Ein Großaufgebot an Medienvertretern und Technikern bereitet sich dort auf die morgigen Landtagswahlen vor, jedoch hinter Absperrungen, umringt von Containern und Trucks. Herzstück der „Zeltstadt“ ist ein mobiles Fernsehstudio mit Glasfassade und Ausblick Richtung Schloss. Innerhalb von etwa einer Woche wurde all dies aus dem Boden gestampft – den Aufbau übernahm der WDR. Von hier aus wollen ARD, ZDF, NDR, Phoenix und N24 die Wahlberichterstattung für das Wochenende koordinieren. Eigentlich eine organisatorische Meisterleistung – für Jörg Bößendörfer jedoch tägliches Geschäft.

Der 47-Jährige ist seit 2006 technischer Leiter im Produktions- und Sendebetrieb des ZDF und ist vor allem für die Innenpolitik zuständig. Also für die technische Organisation und Umsetzung von Staatsbesuchen, Landtagswahlen in ganz Deutschland und letztes Jahr den G7 Gipfel auf Schloss Elmau. Die mobile Produktion steuert er üblicherweise von der Zentrale in Mainz – für aufwändigere Aufbauten muss er vor Ort sein. Bei dem Rheinland-Pfälzer laufen vor allem planungstechnisch die Fäden zusammen. Er bestimmt, welcher Truck wo seinen Stellplatz bekommt, wo und wie die Kabelschächte verlegt werden und welche Studiotechnik geordert wird. Für so eine Landtagswahl benötigt man etwa vier LKW Züge von 14 Metern Länge allein für die Licht- und Übertragungstechnik des ZDF. Klingt viel, doch „für die Berichterstattung aus Rio wurden meines Wissens 14 vollgestopfte Container benötigt“, sagt Bößendörfer.

„Im Betrieb ist es wichtig, an alle möglichen Havarien zu denken“, erklärt der 47-Jährige. Sei es ein Stromausfall oder technisches Versagen. „Erfahrungsgemäß passiert immer irgendetwas, das dürfen nur die Zuschauer nicht merken.“ Darum sind im klimatisierten Studio – wohl dem einzigen Ort, an dem die Arbeiter nicht schwitzen mussten – alle Kabel akribisch beschriftet. „So weiß man im Fall der Fälle sofort, welches Kabel Schuld ist.“

Das ZDF und der NDR sind jeweils mit einer Besatzung von etwa 30 Personen vom Techniker bis zum Redakteur vor Ort. Üblicherweise fand die Wahlberichterstattung direkt aus dem Schweriner Schloss statt, doch „da die Bodenbelastung im Schloss zu groß wäre, durften wir in diesem Jahr nicht rein“, erklärt er. Dafür haben sie sich den wohl schönsten Blick der Hauptstadt gesichert.

>> Alles rund um die Landtagswahl finden Sie in unserem Dossier.
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