Preis der Wirtschaft : Er ist einer der „Großen“

Ein freudiges Gewinnerlächeln: Ministerpräsident Erwin Sellering gratulierte Preisträger Matthias von Hülsen gemeinsam mit Verbands-Präsident Rolf Paukstat (v.r.).
Ein freudiges Gewinnerlächeln: Ministerpräsident Erwin Sellering gratulierte Preisträger Matthias von Hülsen gemeinsam mit Verbands-Präsident Rolf Paukstat (v.r.).

Matthias von Hülsen wurde in Schwerin für sein mehr als 20-jähriges Schaffen im Bereich der Kultur geehrt.

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18. März 2015, 21:25 Uhr

Dass die Kultur in unserem Land einen wichtigen Stellenwert eingenommen hat, ist nicht neu. Dass man mit ihr auch einen Wirtschaftspreis gewinnen kann, schon. Gestern wurde Dr. Matthias von Hülsen mit dem alljährlichen „Großen Preis der Wirtschaft“ ausgezeichnet. Der einstige Leiter der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern bekam diese Auszeichnung für sein mehr als 20-jähriges Schaffen. „Er hat sich hohe Verdienste um die Bekanntheit Mecklenburg-Vorpommern als Urlaubsland und als Land mit hohem künstlerischem Anspruch erworben“, erklärte Verbands-Hauptgeschäftsführer Wolfgang Schröder. Bereits 1990, unmittelbar nach dem Fall der Berliner Mauer und noch vor der Wiedervereinigung im Oktober, machte sich von Hülsen mit der Erfahrung aus dem Schleswig-Holstein-Musikfestival – dessen Mitbegründer er einst war – an die Arbeit, ein Klassik-Festival für Mecklenburg und Vorpommern ins Leben zu rufen. Und das gelang ihm erfolgreich. Schon im ersten Jahr gab es 27 Konzerte. Er entwickelte Ulrichshusen und die dortige Festspielscheune zu einem zentralen Spielort, der heute noch unter den mittlerweile mehr als 80 Spielstätten eine herausragende Stellung einnimmt, betonte Schröder.

1995 wurde aus der Organisation der Festspiele eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Der Förderverein wuchs auf mehr als 1400 Mitglieder. Vor fünf Jahren wurde eine Stiftung gegründet, die inzwischen mehr als 2,2 Millionen Euro zusammenbekommen hat. Im vergangenen Sommer gab es einen Besucherrekord: mehr als 73 000 Gäste. Mehr als 120 Konzerte lockten Besucher aus allen Teilen Deutschlands und dem europäischen Ausland nach Mecklenburg-Vorpommern. Auch weil der Festspiele-Etat mit rund 4,4 Millionen Euro keinen kleinen Stellenwert einnimmt, gehöre Matthias von Hülsen zu den „Großen“ in der Wirtschaft des Landes. „Es sind eben nicht nur die Konzerte zu betrachten, sondern auch wirtschaftsfördernde Aspekte für Tourismus, Hotellerie, Gastronomie, Handel und Handwerk“, begründete Schröder die Nominierung.

Matthias von Hülsen sieht sich selbst als Unternehmer: „Ich bin kein Musiker, ich habe stets die Sicht des Zuhörers eingenommen, die des Kunden. Und das war wohl auch das Erfolgsrezept“, sagt der Hamburger Kinderarzt. Nun gab es gestern zwar „nur“ den Preis und keine drei Wünsche einer guten Fee, aber dennoch nutzte von Hülsen die Chance, um eine klare Forderung an die Landespolitik und die Unternehmer zu richten: „In diesem Land darf nicht am falschen Ende gespart werden. Denn gerade die Kulturschaffenden machen es attraktiv. Und eben nicht nur für Besucher, sondern auch für die dringend benötigten Fachkräfte“, forderte von Hülsen, mehr Entscheidungen zugunsten der Kultur zu treffen.

Damit pikste er genau in den wunden Punkt, der die Unternehmer derzeitig beschäftigt. Denn die Zeiten, wo ungeklärte Eigentumsverhältnisse auf der Tagesordnung standen, sind vorbei. „Jetzt, nach 25 Jahren, geht es darum, den Status quo zu halten. Wir brauchen Fachkräfte“, blickte Schröder voraus. Bestrebungen, die drei Unternehmerverbände zusammenzulegen, gäbe es nicht. „Wir bieten unseren Mitgliedern individuelle Betreuung. Auch wenn wir am Anfang belächelt wurden, wir haben in 25 Jahren vieles erreicht“, sagte Präsident Rolf Paukstat.

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