Schwerin : „Er hat sich in mein Herz getanzt“

Davina Kramer-Perju und Maxim Perju
Davina Kramer-Perju und Maxim Perju

Die ehemalige Profi-Tänzerin Davina Kramer-Perju und ihr Mann Maxim Perju, ebenfalls Balletttänzer, über ihre Liebe und kulturelle Unterschiede.

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11. Mai 2018, 12:00 Uhr

Ihre große Leidenschaft verbindet Davina Kramer-Perju und ihren Mann Maxim Perju: das Tanzen. Beide sind professionelle Balletttänzer und lernten sich im Ballettensemble des Mecklenburgischen Staatstheaters in Schwerin kennen. „Von Anfang an habe ich gedacht: ,Wow, ist das ein toller Tänzer‘“, erinnert sich Davina Kramer-Perju an die Zeit zurück, in der die beiden nur Kollegen waren. „Später hat er sich dann in mein Herz getanzt.“

Liebe auf den ersten Blick sei es nicht gewesen. Es dauert einige Zeit, bis sie merkten, dass da mehr ist. Dabei brachten sie schon vorher gemeinsam ein großes Liebespaar auf die Bühne: Sie tanzte die Carmen aus der gleichnamigen Oper, er ihren Gegenpart José.

Anders als in der Oper ging ihre Liebe weiter. 2013 machte Maxim seiner Davina einen romantischen Heiratsantrag, wie könnte es anders sein, auf dem Balkon des Theaters. Nach der Verlobung reiste das Paar in Perjus moldawische Heimat. „Ich wollte Davina meinen Eltern vorstellen“, erzählt der heute 33-Jährige.

Für Kramer-Perju zunächst ein kleiner Kulturschock: Die gleißende Hitze in Moldawiens Sommer, die winzige Wohnung der Eltern und die fehlenden Sprachkenntnisse machten ihr zu schaffen. Mit einer Geste machten die Eltern – ganz ohne Worte – deutlich, dass Davina für sie zur Familie gehören würde. „Sie haben mit mir ein Hochzeitskleid ausgesucht und dieses für mich gekauft“, erinnert sich Kramer-Perju zurück. Dass sei ein toller Moment gewesen.

Die Hochzeit folgte 2014, ein Jahr später die Geburt von Sohn Victor. Auch wenn das Ehepaar viel verbindet, macht sich ihre unterschiedliche Herkunft im Alltag bemerkbar. „Ich bin sehr korrekt und strukturiert“, sagt die 37-Jährige über sich. „Max ist da etwas lockerer.“ So würde sie zum Beispiel, typisch deutsch, auch nachts um ein Uhr keine rote Fußgängerampel überqueren – selbst wenn weit und breit kein Auto in Sicht wäre. „Also, ich würde da einfach rübergehen“, unterbricht sie ihr Mann und lacht.

Während er sich hin und wieder über ihre überkorrekte Art amüsiert, nervt es sie manchmal, dass er oft sehr laut und bestimmend ist. „Ich glaube, dass ist kulturell bedingt. Viele Südosteuropäer wirken auf uns Deutsche so“, sagt Kramer-Perju. „Ich finde es ja toll, dass es diese Unterschiede zwischen uns gibt“, fügt ihr Mann hinzu. „Man lernt, toleranter zu sein.“

Einig sind sich die beiden, dass Mecklenburg-Vorpommern ein bisschen „multikulti“ gut tun würde. Am Staatstheater, an dem Kramer-Perju mittlerweile als Regieassistentin tätig ist, während ihr Mann in der Kompanie tanzt, wäre das auch gang und gäbe. Menschen unterschiedlicher Kulturen und Nationen arbeiten erfolgreich miteinander.

Besonders würde sich das Ehepaar darüber freuen, wenn sie sich manchmal mit einem anderen binationalen Paar austauschen oder vielleicht sogar anfreunden könnte. „Oft bleiben die einzelnen Nationen ja für sich“, sagt Davina Kramer-Perju. Das sei auch bei seinen Landsleuten meist nicht anders, stimmt ihr Mann zu. Dass es auch anders geht, dafür sind die beiden ein schönes Beispiel.

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