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hilfe aus münchen : Er hat ihre private Telefonnummer

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Raumfahrtingenieurin ist Missionsdirektorin der ESA / Münchnerin steht Gerst rund um die Uhr zur Seite

Für Berti Brigitte Meisinger ist es eine lange Nacht. „Ich möchte ja sehen, ob das Manöver funktioniert“, sagt die Esa-Missionsdirektorin.

Ihr Schützling Alexander Gerst schwebt als Erster an Bord der ISS, sein Arbeitsplatz für die nächsten 166 Tage. In dieser Zeit wird Meisinger dem 38-Jährigen am „Columbus“-Kontrollzentrum in Oberpfaffenhofen bei München zur Seite stehen – bei Fragen zu Experimenten, Abläufen, Programmänderungen. Notfalls rund um die Uhr. „Ich habe ihm meine Telefonnummer gegeben. Er weiß, dass er immer anrufen kann.“

Nächtliche Anrufe aus dem Kontrollzentrum ist die 56-jährige Raumfahrtingenieurin gewöhnt; ihr Mann kennt das. Meisinger betreut mit drei weiteren Kollegen seit 2007 Esa-Missionen. Auch davor war sie bei der Esa und beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) zuständig für Experimente und die Begleitung der Astronauten. Als Thomas Reiter 2006 zur ISS flog, saß sie bereits im Kontrollzentrum.

Seit auf dem ISS-Modul „Columbus“ internationale Experimente laufen, haben sie und ihre Kollegen noch mehr Verantwortung. Denn eine falsche Entscheidung kann viel Geld kosten, sind die Kapazitäten für Forschung in der Schwerelosigkeit doch sehr begrenzt .

Noch wichtiger als Experimente ist für Meisinger, wie das Leben und Arbeiten in rund 400 Kilometern Höhe klappt. „Die ISS zeigt, wie Zusammenarbeit funktionieren kann.“ Und zwar vollkommen jenseits der Konflikte, die derzeit die Welt erschüttern.

Selbst einmal ins All zu fliegen, käme für die Raumfahrtingenieurin allerdings gar nicht infrage: „Da habe ich viel zu viel Angst.“

 

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