Rostock : Entwarnung: Bombe ist unscharf

 

 

Experten bergen 1000-Pfund-Sprengkörper aus dem Zweiten Weltkrieg ohne Zünder

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13. August 2015, 21:00 Uhr

Der Termin für die Evakuierung stand bereits fest, doch heute konnten die Spezialisten vom Kampfmittelräumdienst Entwarnung geben. Bei dem Fund in der Rostocker Altstadt handelt es sich zwar tatsächlich um eine englische Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg, sie ist aber nicht mehr scharf. „Hinten ist sie aufgerissen und vorne ist kein Zünder drin – sie ist völlig ungefährlich“, sagt Robert Mollitor, Chef des Munitionsbergungsdienstes MV. Die 1000-Pfund-Bombe soll nun auf dem Stützpunkt in der Nähe von Hagenow zerlegt werden.

Mollitor und sein Team haben für die Bestimmung des Funds tief in der Erde eine neue Technik eingesetzt: Ultra TEM. „Mehrere Sender und Empfänger erzeugen dabei ein dreidimensionales Bild“, sagt Mollitor. Und das habe den Typ und Zustand der Bombe bereits grob vorhergesagt. Ganz sicher sein konnte sich der Bergungstrupp aber erst, nachdem der Sprengkörper freigelegt war.

Im Vorfeld der Ultra TEM-Untersuchung hatten die Spezialisten alte Luftbilder ausgewertet, auf denen die Bombentreffer aus dem Zweiten Weltkrieg zu sehen sind. Für weite Teile der Hansestadt ist das zwingend vorgeschriebener Standard bei Bauvorhaben. „Rostock war nach Lübeck die zweite Stadt, in der die Engländer gezielt die Bevölkerung angegriffen haben“, sagt Mollitor. Vier Tage lang seien die Flieger immer wieder am Himmel aufgetaucht und hätten ihre tödliche Last abgeworfen. „Danach war die Stadt so zerstört, dass sie für den Rest des Krieges weitgehend in Ruhe gelassen wurde“, so der Experte. Bei dem jetzigen Fund könne es sich um eine der damaligen Bomben handeln. „Es kann sein, dass sie nicht richtig funktioniert hat“, sagt Mollitor. Auf den Luftbildern jedenfalls sei kein Einschlagspunkt zu erkennen. Deswegen kam der Fund für das Versorgungsunternehmen Eurawasser überraschend. In dessen Auftrag werden ein mehr als 100 Jahre alter und erheblich beschädigter Mischwassersammler ausgetauscht und mehr als 400 Meter Leitungen verlegt.

Die Arbeiten können nun nach dem Rückbau der Schutzvorkehrungen durch die Kampfmittelräumfirma Anfang nächster Woche wieder planmäßig vorangehen.

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