Flüchtlinge in MV : Entspannung an Schulen

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Zahl neu hinzukommender Flüchtlingskinder stagniert. Zusätzliches Deutschlehrer-Kontingent nicht ausgeschöpft

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14. Juni 2016, 12:00 Uhr

Die Zahl der Kinder und Jugendlichen aus Flüchtlingsfamilien, die in Mecklenburg-Vorpommern eine Schule besuchen, wächst kaum noch. Im Mai lernten 5513 Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund, die die deutsche Sprache nicht elementar beherrschen, an allgemeinbildenden und beruflichen Schulen in MV – gerade einmal 13 mehr als im Vormonat. Im Oktober 2015 waren es noch 3955 Schülerinnen und Schüler, zeitweise kamen pro Monat 300 neu dazu. Insgesamt liegt der Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund an Schulen in MV mit drei bis fünf Prozent deutlich unter dem anderer Bundesländer.

Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD), der diese Zahlen gestern in Schwerin vorstellte, rechnet damit, dass es auch in den nächsten Monaten kaum noch Zuwächse geben wird. „Das System stabilisiert sich“, lautet seine vorsichtige Prognose.

Flüchtlingskinder werden mit ihrer Ankunft in einer Kommune in MV schulpflichtig. Wer unsere Sprache dann nicht elementar beherrscht, besucht zuerst einen Intensivkurs, so die zuständige Referatsleiterin im Bildungsministerium, Ada Quade. Gegenwärtig liefen 228 solcher Kurse an 163 Standortschulen. Parallel dazu würden die Kinder bereits in ihre Regelklassen integriert. Hier sei von Vorteil, dass die durchschnittlichen Klassenstärken in MV relativ gering seien. Nur in größeren Städten müssten zum neuen Schuljahr auch neue Klassen aufgemacht werden, so Brodkorb.

Für die Intensivkurse „Deutsch als Zweitsprache“ (DaZ) hat das Land seit Beginn des laufenden Schuljahres 160 zusätzliche Lehrerstellen bereitgestellt. 50 davon seien noch nicht besetzt, erklärte Brodkorb – so gebe es einen Puffer für unvorhergesehene Entwicklungen. Die vorausschauende Stellenbereitstellung und das Engagement der Kollegen hätten großen Anteil an der entspannten Lage an den Schulen in MV, schätzt der Minister ein. 330 Lehrkräfte hätten beispielsweise bereits eine DaZ-Fortbildung besucht.

Brodkorb kündigte an, dass ab dem kommenden Schuljahr die Vermittlung europäischer Werte und Rechtsnormen einen größeren Stellenwert im DaZ-Unterricht bekommen soll. Entsprechende Unterrichtsmaterialien seien in Vorbereitung.

Alles rund um die aktuelle Flüchtlingsdebatte lesen Sie in unserem Dossier.

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