Neue Leistungen : Entlastung für Pflegende

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Ministerin verweist auf neue Leistungen für Angehörige

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15. Februar 2018, 21:00 Uhr

Neue Leistungen für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen sowie mehr und besser bezahltes Personal in der Pflege: Der Koalitionsvertrag enthält eine ganze Reihe echter Verbesserungen, betont Mecklenburg-Vorpommerns Sozialministerin Stefanie Drese. Sie hatte für die SPD mit am Berliner Verhandlungstisch gesessen. „Ich werbe bei meinen Genossen für den Koalitionsvertrag, weil er gerade in puncto Pflege für unser Land sehr viel Gutes bewirken kann“, so Drese.

Unter anderem soll es künftig ein jährliches Enlastungsbudget geben, das jeder Pflegebedürftige nach seinen Bedürfnissen ausschöpfen kann. Gesonderte Anträge auf Kurzzeit-, Verhinderungs- oder Nachtpflege sollen dann nicht mehr nötig sein. Pflegenden Angehörigen bliebe dadurch ein großer bürokratischer Aufwand erspart, erklärt die Ministerin. Das sei für Mecklenburg-Vorpommern von besonderer Bedeutung, weil hier drei Viertel aller Pflegebedürftigen zu Hause betreut werden. „Dabei gehen pflegende Angehörige nicht selten an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit.“ Werden Pflegende selbst krank, sollen sie künftig einen Rechtsanspruch auf Reha-Leistungen erhalten. Finanziert werden diese durch die Rentenversicherungsträger, so Drese. Kinder pflegebedürftiger Eltern werden künftig erst ab Einkommen in Höhe von 100 000 Euro im Jahr zur Finanzierung der Pflege herangezogen.

Vereinbart wurde auch eine bessere Honorierung von Wegezeiten für ambulante Pflegedienste, wenn die Versorgung nur mit längeren Anfahrtswegen sichergestellt werden kann. „Gerade in Vorpommern, aber auch in anderen Regionen gibt es oft nur einen einzigen Anbieter, der weiter weg wohnende Pflegebedürftige wegen der langen Wegezeiten nicht mehr betreuen kann“, weiß Drese. Hier soll die veränderte Honorierung helfen.

Dass viele Betroffene befürchten, für Verbesserungen der Versorgung selbst bezahlen zu müssen, ist der Ministerin bekannt – ebenso, dass der Anteil derjenigen wächst, die ihre Pflege nur über die Sozialhilfe finanzieren können. Es müssten deshalb neue Ansätze zur Finanzierung, etwa eine Bürger-Pflegeversicherung oder die Umwandlung in eine Vollversicherung diskutiert werden, so Drese.

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