Wirtschaft : Entlassungspläne bei Lila Bäcker erreichen den Landtag

In Ludwigslust gibt es zwei Filialen des Unternehmens Lila Bäcker – hier an der Wöbbeliner Straße.

In Ludwigslust gibt es zwei Filialen des Unternehmens Lila Bäcker – hier an der Wöbbeliner Straße.

Das Werk in Gägelow bei Wismar mit rund 120 Beschäftigten soll bis Mai 2018 geschlossen werden.

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29. März 2018, 13:57 Uhr

Der Wirtschaftsausschuss des Landtags Mecklenburg-Vorpommern wird sich voraussichtlich am 12. April mit den am Mittwoch bekannt gewordenen Massenentlassungen bei der Firma „Unser Heimatbäcker“ befassen. Wie der wirtschaftspolitische Sprecher der Linke-Fraktion, Henning Foerster, heute mitteilte, habe seine Fraktion beantragt, den Punkt auf die Tagesordnung der nächsten regulären Sitzung zu nehmen. Von den Entlassungen sollen laut Gewerkschaft NGG über 220 Menschen an den Standorten Gägelow (Nordwestmecklenburg) und Pasewalk (Vorpommern-Greifswald) betroffen sein.

„Die Entlassungen wären nicht nur ein Schlag für die betroffenen Beschäftigten, sondern auch für die jeweiligen Regionen und die Bürgerinnen und Bürger, die durch die Filialen versorgt werden“, erklärte Foerster am Donnerstag in Schwerin. Foerster warf zudem die  Frage auf, „ob die Entlassungen im Zusammenhang mit der geplanten Betriebsratsgründung“ in Pasewalk stehen. „Zudem wollen wir wissen, welche Arbeitsbedingungen in dem Unternehmen herrschten und ob die Firma oder die Beschäftigten eine Förderung vom Land oder der Bundesagentur für Arbeit erhalten haben“, so Foerster. Darüber hinaus sei zu hinterfragen, ob die wirtschaftliche Situation des Unternehmens die geplanten Entlassungen rechtfertigt.  Die Landesregierung sei gefordert, sich mit der Geschäftsführung, der Bundesagenturf für Arbeit und soweit vorhandenen Betriebsräten an einen Tisch zu setzen und Perspektiven für die Betroffenen zu erarbeiten. „Meine Fraktion fordert Aufklärung und aktives Handeln durch die Landesregierung.“

Zuvor hatte auch die AfD-Landtagsfraktion die Entscheidung des Bäckerei-Unternehmens kritisiert. Zwar sei es grundsätzlich unternehmerische Freiheit, aus wirtschaftlichen Gründen Produktionsstandorte zu schließen, sagte der sozialpolitische Fraktionssprecher Thomas de Jesus Fernandes. „Aber gerade in Mecklenburg-Vorpommern kommt jeder Verlust eines Arbeitsplatzes einem Schicksalsschlag gleich, welcher die entlassenen Bürger vor enorme Probleme stellt.“ Das Versprechen der Bäckerei, sich für die weitere Qualifizierung der Mitarbeiter einsetzen und die Attraktivität des Bäckerhandwerks erhöhen zu wollen, müsse umgesetzt werden und auch die Mitarbeiter einbeziehen, welche ihren Arbeitsplatz verlieren, so de Jesus Fernandes. „Den Verantwortlichen muss klargemacht werden, welche soziale Verantwortung sie als Arbeitgeber in einer strukturschwachen Region wie Vorpommern haben.“

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