zur Navigation springen

Betrug in MV : Enkeltrick ist zurück: 16 Fälle allein gestern

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Lob von der Polizei: Senioren handelten clever.

svz.de von
erstellt am 05.Feb.2016 | 05:00 Uhr

Seit Längerem hatte man von Betrügereien mit dem so genannten Enkeltrick nichts mehr gehört – jetzt sind die Gauner mit der hinterhältigen Masche wieder in Mecklenburg-Vorpommern unterwegs. Allein gestern meldete die Polizei 16 Betrugsversuche. „Es ging um Summen bis zu 20  000 Euro“, sagte Axel Falkenberg von der Anklamer Polizei. In allen Fällen blieb es gestern aber beim Versuch, weil die Senioren clever handelten.

So im Schweriner Stadtteil Neu Zippendorf. Bei einer 94-jährigen Rentnerin klingelte am Vormittag das Telefon. „Rate mal, wer hier am Telefon ist?“, meldete sich ein Unbekannter, der sich als Enkel der alten Dame ausgab. Er würde dringend Bargeld für den Kauf eines Autos benötigen. „Die Summe gibt es selbstverständlich zurück“, versprach der Anrufer. Ein Kollege würde das Geld abholen. Die Dame beendete das Gespräch und verständigte die Polizei. „Dieser Fall zeigt einmal mehr, dass es immer wieder ältere Menschen sind, die sich die Täter als vermeintlich leichte Opfer aussuchen“, sagte der Schweriner Polizeisprecher Steffen Salow.

Im Rostocker Stadtteill Reutershagen bekam der 83-jährige Alfred Tetke gegen 11 Uhr ebenfalls einen Anruf von einem Unbekannten, der sich als Tetkes Sohn ausgab und Geld geliehen haben wollte. Der Rentner verständigte sofort die Polizei. „Mir kam die Sache komisch vor, weil sich mein Sohn normalerweise kein Geld bei mir pumpt“, sagte der Rentner am Nachmittag gegenüber unserer Redaktion.

Massiv traten die Betrüger gestern im Landkreis Vorpommern-Greifswald auf. Gleich von 14 Fällen berichtete Polizeisprecher Axel Falkenberg. In einem Fall sah sich eine 92-jährige Frau in Pasewalk gleich mehrfach mit Anrufen eines angeblichen Ahnenforschers konfrontiert, der umfänglich Daten abfragen wollte und zum Schluss um 10  000 Euro bat. Falkenberg vermutet, dass die Gauner trotz der gestrigen Misserfolge nicht aufgeben werden. „Die Betrüger dürften bald in Richtung Westen weiterziehen“, so der Anklamer Polizeisprecher.

Etwa 200 Enkeltrick-Betrügereien und Betrugsversuche wurden im vergangenen Jahr in Mecklenburg-Vorpommern bekannt. Ähnlich hoch war die Deliktzahl 2014, als die Polizei die Beute mit 300  000 Euro angab. Die Dunkelziffern sind schwer zu schätzen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen