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Lubmin : Energiewerke: Mehr Atommüll soll ins Land

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Die Energiewerke Nord (EWN) bei Lubmin halten daran fest, länger und mehr radioaktives Material im Zwischenlager Nord (ZLN) zu lagern und zu bearbeiten als bislang erlaubt.

svz.de von
erstellt am 15.Feb.2012 | 06:22 Uhr

Lubmin | Die Energiewerke Nord (EWN) bei Lubmin halten daran fest, länger und mehr radioaktives Material im Zwischenlager Nord (ZLN) zu lagern und zu bearbeiten als bislang erlaubt. Nach wie vor seien deshalb zwei Klagen anhängig, sagte gestern EWN-Geschäftsführer Henry Cordes. Das Land hatte sich wiederholt gegen solche Pläne ausgesprochen. Innenminister Lorenz Caffier betonte denn gestern auch: "Alle schwach-und mittelradioaktiven Stoffe Dritter, die im Zwischenlager Nord behandelt wurden, müssen dieses schnellst möglich wieder verlassen. Der zeitlichen Rahmen, der aktuell für die Zwischenlagerung in Lubmin gilt, ist dafür durchaus ausreichend." Cordes versicherte unterdessen, dass kein fremder hochradioaktiver Müll eingelagert werden soll. Vielmehr handele es sich um schwach- und mittelradioaktive Materialien. Die Hallen 1 bis 7 im ZLN seien mit solchen Stoffen bislang zu drei Viertel ausgelastet, die Halle 8 für die hochradioaktiven sei mit derzeit 74 Castoren bestückt. "Wir gehen nach eingehender Prüfung davon aus, dass es keinen weiteren bundeseigenen hochradioaktiven Müll gibt, der dort eingelagert werden könnte", sagte der Geschäftsführer. Die bundeseigenen EWN dürfen nur bundeseigenen hochradioaktiven Müll einlagern.

Laut Cordes wollen die EWN bundesweites Kompetenzzentrum für die Behandlung von Atommüll werden. Am Standort gebe es sämtliche Fertigkeiten und Anlagen für die Lagerung und Bearbeitung schwach- und mittelradioaktiver Abfälle. Es wäre daher töricht, das erworbene Know-how nicht weiter zu nutzen.

Wie berichtet, wird nun auch das ZLN einem Stresstest unterzogen. Man werde auf Grund der veränderten sicherheitspolitischen Beurteilung die Sicherheitsmaßnahmen auch optimieren, so Cordes. Entsprechende Anträge seien gestellt. Zu Details äußerte sich der Geschäftsführer nicht.

Unterdessen ist die Linksfraktion im Bundestag gerade eben mit einem Antrag zu den EWN im Umweltausschuss gescheitert. Eingebracht hat ihn unter anderen Landesvorsitzender Steffen Bockhahn. Die Linke wollte erreichen, dass die Bundesregierung auf EWN dahingehend einzuwirken soll, dass ausschließlich atomare Abfälle eingelagert werden, die aus dem Kernkraftwerk Lubmin und aus Rheinsberg stammen. Zudem sollte die Geschäftsführung aufgefordert werden, dass nicht um die Einlagerung weiterer Mengen Fremdabfalls geworben wird und dass sichergestellt wird, dass das ZLN nach Ablauf der Betriebsgenehmigung 2039 sicher abgewickelt werden kann. Der Antrag scheiterte an Schwarz-Gelb. "Das zeigt, dass der Koalition die Leute vor Ort relativ egal sind und dass sie das Problem dort abladen wollen, wo der Widerstand am geringsten ist", sagte Bockhahn. Laut dem Linkspolitiker sind im Bundeshaushalt noch bis zum Jahr 2080 Mittel für das ZLN vorgesehen - bei einer derzeitigen Genehmigung des Betriebes bis 2039.

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