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So sollen alle in MV profitieren : Energiewende mit den Bürgern

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Ministerpräsident Erwin Sellering hat den Willen bekräftigt, Kommunen und Bürger an den Vorteilen der Energiewende zu beteiligen. Ein Modell, das Sicherheit gibt und den finanziellen Möglichkeiten entspricht.

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erstellt am 19.Jul.2013 | 07:26 Uhr

Schwerin | Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) hat den Willen der Landesregierung bekräftigt, Kommunen und Bürger an den Vorteilen der Energiewende zu beteiligen. "Die Wemag zeigt, wie es gehen kann. Sie entwickelt Vorhaben und gibt als starker Partner in einer Genossenschaft Bürgern die Möglichkeit, sich zu beteiligen. Das ist ein Modell, das Sicherheit gibt und den finanziellen Möglichkeiten im Land entspricht", sagte Sellering gestern bei einem Besuch des Energieversorgers in Schwerin. Kritiker verweisen hingegen auf die oft fehlende Finanzkraft und die vor allem für Kommunen bestehenden oft hohen Hürden für die Beteiligung an Ökokraftwerken.

Windparks an Land will die Wemag errichten. Zusammen mit regionalen VR-Banken hatte das Unternehmen die Norddeutsche Energiegemeinschaft eG gegründet, über die sich Bürger am Bau von Ökokraftwerken beteiligen können. Einige Solarparks sind bereits am Netz, für den Bau von Windparks laufen Planungen. Im März hatte die Energiegenossenschaft, die inzwischen knapp 900 Mitglieder zählt, in Bützow ein Solarkraftwerk mit mehr als 13 100 Modulen in Betrieb genommen. Für 2013 sei mit einer Dividende von über drei Prozent zu rechnen, sagte Wemag-Vorstand Caspar Baumgart.

Ungeachtet der auch im Entwurf des Landesenergiekonzeptes formulierten Zielstellung einer größeren Teilhabe scheitern Vorhaben vielfach an gesetzlichen Hürden, am Widerstand von Behörden oder am fehlenden Geld. "Wir wollten Bioenergiedorf werden und hatten auch unseren Agrarbetrieb als Partner gewonnen. Doch weil unser Etat aktuell nicht ausgeglichen ist, gab es dafür kein grünes Licht", beklagt Herbert Piotrowskie, Bürgermeister in Grambow bei Schwerin.

"Die wirtschaftliche Betätigung der Kommunen im Bereich der regenerativen Energien kann nur im Rahmen der Leistungsfähigkeit erfolgen", heißt es dazu im Entwurf des neuen Energiekonzepts, mit dem sich die Landesregierung Mitte August befassen wird.

Rund 85 Kommunen im Land haben ihr Interesse bekundet, Energiedorf zu werden. Doch erst in wenigen Gemeinden funktioniert die Wärmeversorgung von Privathaushalten durch Biogasanlagen bereits. In Techentin bei Goldberg oder Bollewick und Ivenack in der Mecklenburgischen Seenplatte etwa spüren die Bürger die Kostenvorteile der dörflichen Wärmenetze. Die Gemeinde Lübesse bei Schwerin investierte trotz hoher Schulden - mit Zustimmung des Innenministeriums - 7,5 Millionen Euro in einen Solarpark. Sie hofft, mit den Einnahmen aus der Stromeinspeisung mittelfristig in die schwarzen Zahlen zu kommen.

Nach Einschätzung des Städte- und Gemeindetages fehlt den Kommunen vielfach das Geld, um sich an Ökoenergieprojekten beteiligen zu können. Außerdem verfügten sie nur selten über eigene Flächen, die zu lukrativen, oft schon sechsstelligen Summen an Windradbetreiber verpachtet werden könnten.

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