Eurosolar-Konferenz in Schwerin : Energiewende im Kleinen

Photovoltaik-Anlage auf dem Dach des Alpincenters in Wittenburg Fotos: Jens Büttner
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Photovoltaik-Anlage auf dem Dach des Alpincenters in Wittenburg

Experten sehen Ausschreibungspflicht für Windparks skeptisch. Kleinere Akteure bleiben auf der Strecke

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10. Mai 2016, 08:00 Uhr

Beim Bau neuer Wind- und Solarparks in Deutschland drohen kleine Akteure wie regionale Genossenschaften oder einzelne Stadtwerke nach Expertenmeinung auf der Strecke zu bleiben.

Die vom Bund geplante Ausschreibungspflicht für Ökostrom-Projekte bringe zunächst höhere Kosten und berge auch zusätzliche Risiken. „Wirksamen Schutz für Bürger-Energieanlagen gäbe es nur mit einer Befreiung von der Ausschreibungspflicht“, sagte Uwe Leprich vom Umweltbundesamt gestern zum Auftakt der 10. Eurosolar-Konferenz in Schwerin. In Verbünden könnten aber auch kleinere Investoren mithalten. Als Beispiel nannte Leprich den multinationalen Zusammenschluss von knapp 100 Stadtwerken, Trianel.

Auch Jens Vollprecht von der Berliner Energieberatungs-Kanzlei BBH äußerte sich skeptisch: „Je mehr Bewerber, desto höher ist das Risiko, den Zuschlag nicht zu bekommen und auf den Kosten sitzen zu bleiben. Und das verkraften große Player einfacher“, sagte der Jurist. Wenn aber nur noch Konzerne zum Zug kämen, drohe dies die Akzeptanz neuer Windräder in den Regionen weiter zu schmälern.

MV hatte erst im April als erstes und bislang einziges Bundesland ein Bürgerbeteiligungsgesetz für Windparks verabschiedet. Damit soll sichergestellt werden, dass auch betroffene Bürger und Kommunen von den Erträgen der Anlagen profitieren.

Unklar ist, welche Auswirkungen die vom Bund geplante Änderung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes darauf haben wird. Noch vor der Sommerpause will die Bundesregierung die Gesetzesnovelle auf den Weg bringen. Wesentlicher Punkt ist dabei die Einführung von Ausschreibungen für den Bau neuer Ökostrom-Anlagen. Ausgenommen sind einem ersten Gesetzentwurf zufolge Anlagen von bis zu einem Megawatt.

Die CDU dringt allerdings auf deutlich niedrigere Bagatellgrenzen. Die Union befürchtet zudem einen zu schnellen Ausbau der Windkraftnutzung, dem der Netzausbau nicht standhalte.

Der Verein Eurosolar veranstaltet seit zehn Jahren Konferenzen, bei denen die umweltfreundliche und verbrauchernahe Energieversorgung im Mittelpunkt steht. Bei dem zweitägigen Treffen in Schwerin beraten Vertreter von Kommunen, Stadtwerken und Unternehmen über ihre Rolle bei der Umsetzung der Energiewende. Zu den Schwerpunkten gehört dabei die Nutzung erneuerbarer Energiequellen für die städtische Wärmeversorgung.  

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